Wie alles begann

Geschichte von Alfred

Zündapp 250 Zündapp 250

Ich, Alfred wurde schon sehr früh, etwa mit 10  Jahren mit dem Motorrad-Virus infiziert. Schuld war mein Vater mit seiner 250er Zündapp. Wir haben geputzt und repariert, sind zusammen durch den Spessart gefahren, was schöneres konnte ich mir nicht vorstellen, aber alleine durfte ich das Moped nicht anfassen. Eines Tages stand das Moped ganz alleine im Hof aufgebockt auf dem Hauptständer, kein Mensch weit und breit. Das stand sie nun, schwarz, der Chrom glänzend, nach Benzin und Leder riechend, mein Traum ganz alleine auf dem Motorrad sitzend und träumend von den kommenden Motorradtouren die ich erleben wollte.

Ich schlich um das Motorrad herum, niemand war zu sehen. Ich war alleine mit ihr. Da passierte es, wie von Geisterhand sprang die Zündapp vom Hauptständer, beherzt packte ich sie am Lenker und wollte aufsitzen. Da stand ich nun mit der Zündapp, aufsitzen konnte ich nicht denn die Beine waren zu kurz, (später kam mir das Problem wieder unter) auf den Ständer hab ich die Zündapp trotz aller Anstrengung nicht wieder gebracht. Also hielt ich die Zündapp tapfer fest, der Schweiß lief, meine Blicke nach Hilfe wurden immer verzweifelter und dann kam Papa endlich nach drei Stunden und erlöste mich.

Völlig entkräftet aber unheimlich stolz, dass ich das Moped so lange halten konnte und nicht in den Dreck geschmissen hatte, musste ich mir aber doch die Strafpredigt von Vater über mich ergehen lassen, mitfahren durfte ich aber doch wieder.

NSU Ouickly TT NSU Ouickly TT

So verging die Zeit, Vater tauschte die Zündapp gegen ein Auto, fuhr meine NSU Quickly TT zu klump und nach meiner Lehrzeit musste es unbedingt ein Auto, und sei es noch so klein sein mit den man sich und Freundin fortbewegte. Für die Führerscheinklasse 1 hatte ich auf einmal kein Geld mehr, denn es rief der Bund.

18 Monate Wehrpflicht waren zu leisten, dann sprach man das berühmte Ja ... ...., der Motorrad-Virus schien besiegt.

Nein, er schlief nur und es brauchte gar nicht viel um Ihn wieder zu erwecken. Und als er dann wieder erwachte, war es geschehen. Ich dachte, eine 125er tut es, mehr ging ja sowieso nicht, denn die hohen Weihen der Klasse 1 besaß ich nicht. Noch nicht.

Und was die ganze Geschichte zudem noch so interessant macht, ist die Tatsache, dass ich unabhängig von meinem Bruder, die genau gleichen 125er Erfahrungen erlebt habe.

Aber nicht mit einer Daelim, nein ich nannte eine Aprilia 125 Classic mein eigen.

Glücklich bin ich mit der Aprilia nicht wirklich geworden, lag wohl an der Power. Die Schamesröte trieb es mir ins Gesicht  als ich eines Tages an einer Tankstelle gefragt wurde, „Wächst das Moped noch, oder bleibt diese Rasse so klein“. Das war das ende der Classic.

 

In der Folge ließ ich mir die hohen Weihen der Klasse A  angedeihen und eine Honda CB Sevenfifty. 

 

Tja, wie sacht der Franke, ja wenn das Not tut.

 

Ich sage, es tat Not.