Tourverlauf
Tag 2 – 26.08.2010
Oberjoch - Gaichtpass - Hahntennjoch - Ochsengarten -
Kühtai - Fernpass - Berwanger Tal - Namloser Tal - Oberjoch
insgesamt 286 Km
Hochpasshaus am Iseler
Frühmorgens.......
mit noch etwas verschlafenen Augen....wurde gestern doch etwas länger ..... betrete ich bei Frühtau den Balkon um zu schauen ob die Wetterprognose für unseren heutigen Ausritt passt.....
Und es passt. Keine Wolke zu sehen. Strahlend blauer Himmel....wunderbare Aussicht auf die Allgäuer Bergwelt...so liebts der Biker.!
Ich verspüre unsäglichen Hunger...wie immer nach nächtlichen "Gelagen'". Da es aber noch zu früh für Frühstück ist, trolle ich mich an die Garage hinunter um schon mal mein Töff startbereit zu machen. Le Pürzel ist noch nicht da...? Das gibts ja net..! Normalerweise scharrt der schon früher wie jeder andere mit den Füßen. Na ja, da schläft der "alte Herr" wohl noch..
Kurz darauf ist er aber doch schon zu sehen und mittlerweile ist das Frühstücksbuffet auch schon eröffnet. Also erstmal lecker den Bauch vollschlagen.
Nach dem "early piece" werden die Motoren gestartet und es geht gut gelaunt auf die Piste.
Der Weg führt uns in sanften Schwüngen hinab ins malerische Tannheimer Tal, links am Haldensee entlang und kurz danach nehmen wir schon die Kurven des Gaichtpasses in Angriff. Es ist noch nicht viel los auf der Gasse und so gehts mit richtig Zug durch das Geschlängel....mit breitem grinsem im Gesicht..!
In Weißenbach am Lech biegen wir rechts ab und folgen der B198 die direkt am Lech entlang führt. Es geht über die Johannesbrücke, immer weiter an den tollen türkisfarbenen Lechauen entlang nach Stanzach und kurz danach sehen wir schon das Strassenschild Richtung Hahntennjoch.
In den vergangenen Jahren war "Onkel Jürgen" schon zwei mal hier. Bei Regen, Graupel und was nicht noch alles vom Himmel kam...!!
Jedenfalls war bei diesen Anläufen nichts zu sehen..ausser Nebel.
Alles gute benötigt bekanntermassen manchmal 3 Anläufe und diesmal befahren wir das Hahntennjoch bei Kaiserwetter. Das Teerband war in einem super Zustand und nun endlich konnten wir die großartige Bergwelt rund um uns so richtig geniessen.
Oben am Pass angekommen bleiben wir an der "Anhalter Hütte" stehen und genehmigen uns einen Kaffee. Auf die Holzbank gesetzt und das geile Rundum-Panorama geniessen, bevor es wieder hinab ins Tal geht.
Die anschliessende Abfahrt Richtung Imst ist bei solch strahlendem Wetter ein absolutes Highlight.
Die sich eng in die Berghänge hinein schmiegende Strassen mit kurzen engen Kurven, dazu die sich ständig atemberaubende Ausblicke....Biker was willst du mehr..?
Unten im Tal angekommen wird ein kleiner Stop direkt an der Katharinenkapelle eingelegt. Von hier aus bietet sich nochmals ein toller Blick auf das Hahntennjoch.
Strecke am Ochsengarten
Wir folgen weiter der B171, da wir über die kleine Strasse bei Höppberg und über den Ochsengarten weiter ins Kühtai wollen. Wir kommen aber nur bis an Hausegg. Hier ist Ende, jedenfalls heute....wegen Strassenbauarbeiten gesperrt...und das auch ausgerechnet heute. Also nix mit der kleinen kurvenübersäten Strasse.
Wir müssen zurück bis Ötztal-Bahnhof wo wir dann der B 186 bis nach Ötz folgen.
Hier biegen wir dann links auf die L237 ab. So kommen wir dann doch noch von der anderen Seite an den Ochsengarten. Traumhaft...!
Weiter gehts bis hoch auf den Kühtaisattel. Hier inmitten der majestätischen Bergwelt machen wir an der " Dortmunder Hütte" die jetzt doch notwendige Futterpause...Pürzel nörgelt auch schon längere Zeit sichtlich dehydriert...dorscht..dorscht.
Es gibt lecker Kässpätzle..Salat und literweise frisch "gezapftes Spezi". Ein kleines Bierchen wär ja jetzt nicht schlecht, aber die östereichischen Kriponalräte sind ja auch überall unterwegs...macht also keinen Sinn....!
Wir können uns kaum losreissen...aber nutzt ja alles nichts....wir müssen weiter.
Die Passhöhe wird genommen und dann geht die Fahrt hinab durchs Sellrainer Tal bis nach Unterperfuss. Auch hier auf dieser geilen Strecke könnte man alle paar Meter Fotostops einlegen. Wir lassen aber nun lieber die Trophy's etwas "fliegen" da ansonsten die Zeit etwas knapp werden könnte. Ausserdem ist es mittlerweile so um die 30° und es wird bei den Stops sogleich zunehmend tropisch warm unter den Moppedklamotten.
Nach einigen kleinen Umwegen...anscheinend werden heute alle Ausfallsträsschen geteert... nehmen wir notgedrungen die Salzstrasse bis nach Stams.
Hier überqueren wir den Inn und nehmen die B 189.
Nächstes Ziel ist der Fernpass.
Schloss Fernstein
JaJa..die Strecke zum Fernpass...was soll man darüber sagen..?
Wir mussten notgedrungen diese Richtung nehmen weil wir ja ins Berwanger Tal wollten und da must DU halt über den Fernpass.
Bedeutete wie immer : übervolle verstopfte Strecke, jede Menge Caravans, Campinggespanne, Touristenbusse und LKW's, also des Moppedfahrers schlimmste Spassbremsen.
Beste Zeiten zum befahren des Fernpasses > es gibt keine....nach eigenen Erfahrungen ohne grössere Staus nur zwischen 22°°- 4°° morgens.
Wir haben jedenfalls am Rastplatz angehalten, eine Mördergrosse Portion Apfelstrudel mit Eis und Schlagsahne verdrückt und dann zugesehen, dass wir so schnell wie möglich Land gewinnen um diesem Chaos zu entgehen.
An den oben auf der Passhöhe gelegenen Aussichtsparkplätzen mit Blick auf die Zugspitze und den grün schillernden Blindsee sind wir dann gar nicht heraus gefahren...no way...total überfüllt.
Wir hatten uns ja schon unten am Parkplatz abgesprochen nicht mehr zum Forggensee zu fahren...es war einfach zu viel los...und sich nur mit diesen, teilweise massiv überforderten "Dosenfahrern", wer weiss wie lange, herum zu ärgern macht einfach gar keine Laune.
Wir entschieden uns, eine wesentlich ruhigere und schönere Strecke Richtung Oberjoch zu wählen.
Also ab die Post Richtung Berwang, links abbiegen ins Berwanger Tal und es wurde schlagartig ruhig auf der Strasse. Gott sei Dank.!!! War genau die richtige Entscheidung.
Die Strecke durchs Berwanger Tal und anschliessend die richtig geile Kurvenstrecke durch das Namloser Tal bescherte uns dann zum Ausklang noch mal richtig puren Fahrspass. Kann ich nur empfehlen.
In Stanzach angekommen war es dann nur ein kurzes Stück bis nach Oberjoch.
Am Hochpasshaus angekommen, zählte nur noch: Moppeds ruck zuck in die Garage, duschen und dann bei richtig lauen Abendtemperaturen lecker Mampf und Weissbier zischen lassen.
Die Chefin des Hauses hat uns dann noch mit "Iseler Berggeist", einem Kräuterschnaps, verwöhnt.
Den gibts nur im Hochpasshaus...eigene Herstellung...mit 40 Kräutern und 48Umdrehungen. Das Zeugs war richtig gut und macht auch sehr schnell "teilnahmslos"...uns doch egal..!!!
Auch war die Entscheidung für das Hochpasshaus als Unterkunft die richtige. Tolles Haus...super Zimmer...gutes Essen und sehr umgängliches und freundliches Personal. Wenn wieder Oberjoch....wieder Hochpasshaus!
Es war nur eine kurze, kleine Stippvisite im Allgäu aber super toll.
Über unsere Heimfahrt am nächsten morgen verliere ich an dieser Stelle nicht so viele Worte....ausser dass es geregnet hat, wir aber trotzdem bis kurz vor Würzburg ziemlich trocken durch gekommen sind. Von Würzburg bis Aschaffenburg ist dann allerdings wettertechnisch die Hölle losgebrochen. Starkregen vom feinsten.
Nun ja...die Purzelbiker haben noch nie erlebt, dass wenn es in den Allgäu ging, die Hin und die Rückfahrt trocken zu fahren waren. Eine Tour war bis jetzt immer schweinenass...!
"" Was nicht sofort tötet, macht nur noch härter ""
wir kommen wieder...soviel ist sicher