Tour 3 Die Schönsten Dörfer Frankreichs
Der (nicht vorhandene ) Hahn hat schon gekräht....ein vorsichtiger Blick aus dem Fenster und was sehen unsere entzündeten Augen?
Blauer Himmel und die Sonne lacht. Das macht Laune.
Nachdem die letzte Nacht wiedermal etwas länger dauerte sind wir heute erst gegen Mittag mit dem "early piece" ferdich.
Unsere Herbergseltern wollen heute mit uns ins "Lottal". Allein hier, im Departement "Aveyron" gelegen, sind über 10 Dörfer offiziell als schönste Dörfer Frankreichs ausgezeichnet. Wir sind gespannt.
Unsere Tourguides wählen zu unserer Begeisterung wieder kleine Strässchen abseits der Hauptstrassen.
Wir fahren über weite Hochflächen, von denen sich ein toller Blick auf die umliegenden Bergzüge des "Aubrac" bietet.
Auf dem weiteren Weg fahren wir gemütlich durch die ersten kleinen mittelalterlich anmutenden Dörfchen bevor sich die Strasse in eine "Rennstrecke", gespickt mit allerfeinsten Kürvchen, verwandelt. Es geht bergab Richtung ins Tal des "Lot".
Hier beginnt dann unsere Sightseeing - Tour. Ute & Uli hatten uns wirklich nicht zuviel versprochen, denn entlang des kleinen Flüsschens Lot reiht sich Dorf an Dorf. In urtypischer Natursteinbauweise. Eines schöner wie das andere.
So passieren wir nacheinander Saint Genieze d'Olt - Sainte Eulalie d'Olt - und Saint Come d'Olt mit seinem Wahrzeichen, dem gedrehtem Kirchturm.
Da wir ein straffes Tagespensum vor uns haben reicht die Zeit leider nicht um in jedem dieser wirklich schönen Orte mehr als nur einen kurzen Stop einzulegen. Wirklich Schade...
Gottseidank haben wir das Digital -Zeitalter. Wir bräuchten sonst Unmengen an Filmrollen.
Coullee de Lava....Lavafelder
Kurz nach Saint Come d'Olt überqueren wir den Lot und die Kurvenhatz geht munter weiter.
Wir sind gerade richtig zu Gange als Uli unvermittelt die Bremse reinhaut.
Erst jetzt sehen wir, dass wir gerade durch ein riesiges Lavafeld fahren.
Wir kraxeln auf die umherliegenden Basaltbrocken und sind gerade dabei uns vor der einmaligen Kulisse für ein Gruppenbild zu positionieren machen, als Ulrike auf einmal in wildes Geschreie ausbricht.
Was geht denn jetzt ab???
Dirk saß hinter ihr auf einem der großen Brocken und wollte sich mit den Füssen, an dem Stein worauf Ulrike saß, abstützen. Dabei kam der Brocken in Bewegung und schrappte an Ulrikes Rücken entlang. Eine zerrissene Bikerhose war die Folge. Und Schmerzen....!
Wilde Vorhaltungen an Dirk..... "MORDANSCHLAG" ....nach 20 Ehejahren will ER mich umbringen....?!!!
Wir eumeln ( lachen ) uns einen weg....aber erst, als klar ist dass nichts schlimmeres passiert war.
Nach der Aufregung am Lavafeld...
Weiter gehts die Strasse, unterwegs sehen wir dann noch weitere Lavafelder bevor wir in "Espalion", einem alten "Färberstädtchen" am Lot ankommen.
Hier ist jetzt ein etwas längerer Stop angesagt um die malerische Kulisse der alten Färberhäuser, die dirkt am Ufer des Lot stehen, etwas ausgiebiger zu geniessen.
Auf den nachfolgenden Bildern sieht man gut die Terassen an den Häusern auf denen früher die gegerbten und gefärbten Felle im Fluss ausgewaschen wurden.
Nächster Höhepunkt ist "Estaing".
Uli will uns auf's Auge drücken dass der Ort nach dem ehemaligen französischen Präsident "Giscard D' Estaing" benannt sein soll.....der SCHELM!!
Nach ausgiebiger Besichtigung der historischen Altstadt und des Schlosses gibts in einem Strassencafe direkt am Ufer des Lot was zum beissen bevor es weiter nach "Entraygues sur Truyere". Ein absolut geile Strecke führt direkt am sich durch eine Schlucht windenden Flüsschen Lot entlang. Ein Traum.
Nach wir eine ganze Weile verlassen wir den Lot und biegen Richtung "Conques" ab.
Wir fahren durch enge Täler und an Bergflanken entlang als völlig überraschend vor uns der alte Pilgerort auftaucht, auch heute noch eine der wichtigsten Stationen auf dem "Jakobsweg".
Eine Ansicht aus dem Bilderbuch längst vergangener Zeiten. Ein absolutes Topziel für jeden der hier in der Nähe ist.
Wir flanieren fasziniert durch alte, enge Gassen und das Glockengeläute weisst uns den Weg zu der Kirche Sainte Foy
Auf dem Kirchenvorplatz sehen wir offene Steinsärge. Da haben doch schon wieder einige Unfug im Kopf.
Ulrike testet ob die für sie auch als "letzte Ruhestätte" geeignet gewesen wären.
Und unser Puschelbär passt rein. Ich soll da auch mal probieren.. die spinnen doch wohl..Ich "zartes Reh" passe da mit Sicherheit nicht rein. Bin doch wirklich kein "Hungerhaken".
geht doch...
Das Sonnenlicht schwindet langsam und für uns wird es Zeit aufzubrechen.
Wir sehen zufällig ein altes, baufällig wirkendes Steinbogenbrückchen am Ortsausgang.
Frozzel >>> Da muss die Ulrike aber mal drüber.....soviel Zeit muss sein. Heftiges sträuben von Ulrike.
Dirk ist der Meinung und sagt leise zu mir ( hinter dem Rücken von Ulrike ) ...da fährt Rike niemals im Leben drüber!
Denkste... Sie setzt an und fährt mit Todesverachtung drüber. Dirk war ganz stolz auf seine bessere Hälfte.
Jetzt wird ein bisschen der Gashahn aufgedreht. Schliesslich haben wir noch ein ganzes Stück Strecke bis La Placette vor uns. Es wird immer dunkler. Trotzdem hat Uli noch ein Zwischenziel angefahren. Wir halten in "Salles la Source" zum letzten Fotostop an einer Fledermaushöhle mit Wasserfall.
Ulrike und Hilde lassen es sich nicht nehmen die Höhle unter dem Wasserfall zu untersuchen.
Das Blitzlicht der Fotos langt nicht mehr so dunkel ist es mittlerweile und kühlster wird es auch langsam.
Uli gibt noch eine Stripeinlage und wechselt auf dem Parkplatz zur Begeisterung aller auf lange Unterhosen. Seine entblössten weissen Schenkel "blitzen" auf. Da brauchst du in dunkelster Dunkelheit normalerweisse keinen Blitz am Foto...(((((
Nun gings dann aber endgültig nach Hause. Ankunft auf La Placette war kurz nach 22 Uhr...!!!
Da in Lapanouse die Bordsteine spätestens bei Einbruch der Dämmerung hochgeklappt und alle Türen verrammelt werden, wurde es auch nichts mehr mit dem geplanten Restaurantbesuch. Also war mitten in der Nacht noch kochen angesagt. Bedeutet, dass die Nahrungsaufnahme etwas verzögert begann. Niemanden hats gestört. Nach dem gemeinsamen Essen (superb), so kurz nach 23 Uhr, wurde in lustiger Runde geklönt was das Zeug hergab. Ulrike hat(te) damals ja noch heftigste Schwierigkeiten, unseren "Aschebercher" Dialekt zu verstehen und ins hochdeutsche zu konvertieren. Was haben wir darüber schon gelacht wenn die ganze Runde über eine erzählte Story in schallendes Gelächter ausbrach und Ulrike ganz trocken zum Ausdruck brachte: ICH haaabe jetzt gar nichts verstanden....könnt IHR das bitte mal für mich übersetzen. Mittlerweile klappt das ganz gut. Do babbele mer halt äh bisschje langsamer...gelle. Ein Brüller jagte den anderen....
Alfred sagte dann irgendwann dass er jetzt dunggel liesche gehen will ( schlafen gehen ) und just in diesem Moment dudelt aus dem Radio "a whiter shade of pale" und Dirk, selber fix und alle, sagte zu Alfred..hör mal, die spielen unser Lied..komm wir gehen zusammen. Daraus wurde dann das Schlaflied für die beiden geboren...findet übrigens heute noch Verwendung.
Ulrike und Hilde, die 2 Nachteulen, waren die letzten die ins Bett gewankt sind. Die haben es wirklich bis halbvierUhrmorgens ausgehalten.
SOOOO endete dann normalerweise jeder Abend bei Uli und Ute.....auch dieser.
