Erstmal etwas über Korsika......

15.05.2009   -    der erste Tag auf Korsika

 

Nach der gestrigen Anfahrt haben wir geschlafen wie die Götter.

Als ich aufwache habe ich seltsame Geräusche im Ohr. Blockflötengedudel und monotoner Singsang....?

Klaus deckt den Frühstückstisch und Alfred ist auch schon unterwegs...Brötchen holen.

Da ich uns ja noch bei der ansässigen Zimmervermittlerin anmelden muss mache ich mich auf den Weg um das Büro in der verwinkelten Anlage zu suchen. Gar nicht so einfach. Ich klingele irgendwo um Hilfe zu bekommen. Die Tür geht auf und ich zucke erstmal zurück. Da steht ein knallrotgekleidetes etwas, ein seltsam verwirrtes, irgendwie indisch aussehendes weibliches Wesen und brabbelt mich voll. Am Handgelenk ein gelbes Bändchen...?! Im Hintergrund ertönen wieder diese seltsamen Flötentöne und ein süsslicher Duft entströmt aus der Wöhnung. Wohlgemerkt, es ist frühmorgens.

Ich murmele...Sorry, verwählt...und suche schnellstmöglichst das weite. Jedenfalls laufen mir zunehmend seltsam gekleidete Gestalten, alle mit gelben Armbändchen über den Weg. Wo sind wir hier gelandet...?? 

Als ich dann endlich die Vermittlerin finde und ich sie darauf anspreche sagt sie mir, dass diese Anlage überwiegend im Besitz einer Sekte namens "Anders leben"  ist. Die Mitglieder hätten auch massive Regeln...um 8°° aufstehen, Einteilung von Arbeitsdiensten über den ganzen Tag (Anlage reinigen..Unkraut zupfen..usw ) ab abends 18°° ins Bett gehen...Licht aus und Ruhe halten. No Sex and Drugs!? Wers glaubt...! Die leben wirklich gaaanz anders..!

Das erklärt jetzt doch einiges...!!!

   

Blick vom Appartment Blick vom Appartment

 

 

Schnell zurück, Kaffeeduft liegt in der Luft und Alfred ist auch schon mit Brötchen zurück.

 

Der hat auch einige der "anders lebenden" gesehen.

 

Wir äumeln uns weg und nehmen unser Frühstück auf dem Balkon ein von dem wir einen wunderbaren Blick auf die Bucht von Calvi geniessen.

 

Danach machen wir noch ein kleinen Verdaungsspaziergang an den gerademal 50 Meter entfernt liegenden Sandstrand. Fast weisser Sand, azurblaues Meer, die Sonne lacht....Was will man noch mehr??? 

 

MOTORRADFAHREN...klar doch!    Nur nicht hetzen.....

Nun zu den von uns gefahrenen Routen

Tour 1.....Calvi - Bussaglia - Calvi

Da es an unserem ersten Tag auf Korsika doch etwas spät am Vormittag geworden ist, entschliessen wir uns heute nur eine "kleine" Tour zu fahren. Wir wollen zu den den les Calanches bei Piana. Diese durch Erosion bizarr ausgewaschenen, in der Sonne rot leuchtenden Felsformationen fangen kurz nach Porto an und ziehen sich bis Piana hin.

 

Also Motorräder aus der Garage holen und aufsatteln.

In kürzester Zeit sind wir von den Kindern der "anders lebenden" umringt, die uns neugierig beobachten. Die haben anscheinend noch nie sowas gesehen. Die Eltern versuchen auch gleich ihre Nachkommen von uns "ausserirdischen" wegzuziehen. 

 

Nach einer Weile kommen wir dann endlich weg und fahren auf der Avenue Christoph Colomb in Richtung Süden aus Calvi heraus. 

 

 

 

 

Gleich nach Calvi führt die D81b direkt an der Küste entlang bis es dann die Bergflanke bis zum ersten Aussichtspunkt hochgeht.

 

Von hier haben wir Ausblick auf die Halbinsel Revellata und die dazugehörigen Buchten Anse Recisa und der Baie Nichiareto.

 

Wir sind erst ein paar Minuten unterwegs und es ist schon absolut traumhaft.

Wie es der Teufel will, es kommt  überraschend schnell eine Wolkenfront vom Meer hergezogen und eine schon halbe Stunde später fallen vereinzelt Regentropfen.

 

Kurz vor Argentella haben wir dann endgültig in die Sch...e gelangt. Es steht ein Warnschild am Strassenrand. BAUSTELLE und das im wahresten Sinn des Wortes.

 

Vor uns liegt ein teerloses Stück Strasse. Ein aufgehäufter Erdwall, die Piste gerademal etwas mit dem Bagger glattgezogen...und aufgrund des leichten Nieselregens absolut seifig. Nun denn....wenns denn so ist....!

 

Für die Ausblicke auf die Küste haben wir jetzt keine Zeit mehr. Unsere ganze Aufmerksamkeit widmen wir dem glitschigen Weg. So geht das Kilomerlang. Das frisst Zeit.  Wenigstens hört es auf zu regnen und am Horizont reisst die Wolkendecke wieder auf. Der Vorteil des Wetters hier....so schnell wie es schlecht wird so schnell wirds auch wieder schön.

 

 

bei Osani....die letzten Wolken bei Osani....die letzten Wolken

in Fangu fahren wir dann Richtung Porto.

 

Mittlerweile haben wir auch wieder ein vernünftiges Teerband unter den Reifen.

 

Wir überqueren den Col de la Croix. Die Bucht von Girolata zur rechten und den Golf von Porto zur linken. Trotz noch vorhandener Wolkendecke ein Sahneblick.

 

Bei Osani fängt dann auch so langsam, es ist schon kurz nach 14°°, der Magen zu knurren an. Die Suche nach einer Kneipe gestaltet sich etwas problematisch. Es ist immerhin noch keine richtige Saison auf Korsika. Gezwungenermassen fahren wir jetzt ein paar Stichsträsschen bis ans Meer. Vielleicht haben wir da ja mehr Glück. 

 

Drei Anläufe brauchts dann aber doch bis wir am Strand von Bussaglia einen Treffer landen.

Die Kneipe liegen mitten auf einem menschenleeren aber traumhaften Strand.......und es ist geöffnet.

Wir speissen wie die Könige...direkt am Meer...traumhafter Blick hinaus auf den Golf von Porto...links von uns sehen wir schon die Ausläufer der Calanche.

 

 

Nach üppigem Mahle und ein paar Cappucinos sind wir am überlegen wie es weitergehen soll. Aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit werden wir unser eigentliches Tagesziel heute nicht mehr schaffen. Auch in Gedenken an die zeitraubende, ellenlange Baustelle.

 

Wir entscheiden uns lieber diesselbe Strecke zurück nach Calvi zu fahren.

 

Mittlerweile brennt auch die Sonne wieder vom Himmel und so geniessen wir wirklich volles Programm diese atemberaubende Küstenstrasse zurück nach Calvi. Siehe die nachfolgende Bildergalerie.

Sofern es die Zeit zugelassen hat sind wir dann meistens noch zu Fuss nach Calvi gegangen um uns etwas zu entspannen und auch das eine  odere andere Bierchen zu zischen.

Wappen von Calvi Wappen von Calvi

 

 

Wir waren ja die eine Woche während unseres Korsika-Trips stationär in Calvi gewesen. Also hier auch noch ein paar Informationen über unsere "Heimatstadt" auf Zeit.

 

Calvi, die charmante Hauptstadt der Balagne, liegt im äußersten Nordwesten Korsikas und an einer der schönsten Küstenlinien dieser so reizvollen Insel. 

 

Der fast fünf Kilometer lange, weite, traumhaft helle Stadtstrand von Calvi zählt zu den schönsten ganz Korsikas, und die kleine Hafenstadt mit ihren 5000 Einwohnern zu den charmantesten und beliebtesten Ferienorten der Insel. In der Hochsaison steigt die Bevölkerungszahl von Calvi locker auf 40000.

 

Calvi gehörte jahrhundertelang zur Seerepublik Genua und wehrte sich gar lange Zeit gegen die korsische Unabhängigkeit.

 

Aus dieser Zeit stammt auch das Gerücht, Christoph Kolumbus sei Korse - schließlich fordert Calvi neben zahlreichen weiteren Städten in Italien, Spanien und Portugal das Privileg, Geburtsort des berühmten Amerika-Entdeckers zu sein.


Ein Stadtrundgang durch Calvi beginnt meist auf dem Platz, der diesem vermeintlich berühmten Sohn der Stadt gewidmet ist: Der Place Chistophe-Colombe. Über eine Zugbrücke ist die gewaltige Zitadelle zu erreichen, die auf einem wuchtigen Felsen hoch über dem Golf von Calvi thront. Dieser Teil der Stadt war im Mittelalter praktisch uneinnehmbar - davon zeugen auch heute noch die dicken Mauern, die durch drei Bastionen verstärkt wurden. Der Panoramablick von hier in Richtung Punta de la Rivellata im Westen und Punta di Spano im Osten ist atemberaubend!


Ein krasser Gegensatz zu den dunklen, ruhigen und engen Gassen der Oberstadt ist die lebendige, bunte Unterstadt von Calvi. Auf der Quai Landry und der Rue Georges Clemenceau tobt das Leben – und das nicht nur im Sommer! Auch außerhalb der Saison, wenn in Calvi zahlreiche Festivals und Konzerte stattfinden, wird auf zahllosen Festen und Konzerten in den Gassen, Kneipen, Bars und exklusiven Hafenrestaurants von Calvi gefeiert. Können wir nur bestätigen. 

 

Auch wird an den Stränden ab und zu aussergewöhnliches geboten

In Calvi ist seit 1967 das 2. REP (2e Régiment Etranger de Parachutistes) Fallschirmjägerregiment der Fremdenlegion stationiert und die üben halt auch regelmässig.

Wir haben die Jungs auch in Aktion gesehen, sprich der Anflug  erfolgte vom Meer heran und dann Absprung der Truppe über dem Strand.

 

 

 

 

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