Mittwoch 01. August 2007
Crail - Edinburg
Regentropfen, die an unser Fenster klopfen, das hören und sehen wir als erstes, an diesem 01. August Morgen. Kann uns doch überhaupt garnienicht ärgern. Wir machen uns reisefertig und schauen, ob es schon Frühstück gibt.
Bis dahin schaue ich im Adressbuch von Edinburgh schon mal nach B&B Adressen. Wir sind soweit zum Ritt in die große Stadt Edinburgh.
Ade leere Straßen, einsame Landschaften, Berge Seen und Flüsse. Ade, frische klare Luft, den Wind und Midges im Gesicht.
Edinburgh wir kommen. Wir fahren am Firth of Forth entlang bis Kirkcaldy. Da wechseln wir auf die A92, die später in die A90 übergeht und fahren zum zweiten Mal über die Forth Road Bridge.
Nun wird der Verkehr aber heftig, es heißt konzentrieren und aufpassen, was Steffi zu sagen hat. Jürgen klebt wie Affenscheiße an meinem Hinterrad, denn mein Überraschungs Abbiegemanöver in
Dundee steckt ihm immer noch in den grauen Gehirnzellen. Steffi lotst uns über die Queensferry Road zu der Adresse die ich in Crail in das Navi programmiert habe.
Was ein Wunder, an der Adresse steht ein Kongresscenter, kein B&B weit und breit. Also frei Schnauze suchen, immer geradeaus, wird schon was kommen. So landen wir in der Minto Road.
Überall, links und rechts an der Straße, B&B Schilder an den Häusern. Na hier sollte doch was zu finden sein. Es ist jetzt ca. 10 Uhr AM. Wir parken die Motorräder am Straßenrand und Jürgen geht zum ersten Haus, kommt heraus und lacht. Der Vermieter ist ein Inder oder Pakistani und will 30 Kilo, für die Nacht. Der nächste will 50 Pfund für zwei Nächte. Aber das Zimmer ist erst ab 11:00 frei.
Counan Hotel in der Minto RoadAlso warten wir, setzen uns auf die Mauer und schauen dem Treiben auf der Straße zu. Um elf schauen wir uns das Zimmer an, eine "Rosa Suite", hübsch hässlich, schreiend bunt, ein Blindenhund würde uns beißen. Im Prospekt steht; Tastefully furnished and decorated. Was solls, wir bleiben. Zwei Nächte werden wir überstehen, denn wer nach Schottland reist, bewohnt sein Zimmer nicht wirklich allein.
Graue Ladys, wirre Mönche und andere harmlose Gespenster gehören zum Hotel-Inventar.
Wenn sich die Nacht senkt über Edinburgh, kommen sie aus ihren Verstecken in den verwinkelten Gassen und lehren arglose Touristen das Fürchten: die Grusel-Guides in Schottlands Hauptstadt. Auf der
Royal Mile, gesäumt von historischen Fassaden und Schottenrock Souvenirshops, liegen mit einem Abstand von nur wenigen hundert Metern immer wieder Startpunkte für „Geister"-, „Mysterien"- oder auch
„Folter"-Touren.
Das Ambiente jedenfalls ist perfekt: Raue Landschaften, verwitterte Schlösser und unheilschwangere Wetterlagen schaffen die richtige Kulisse für Gänsehautstimmung. Viele Herrenhäuser und Schlösser werben geradezu damit, „haunted" zu sein - also heimgesucht von einem Gespenst.
Und die Hauptstadt will da mithalten, denn Edinburgh hat in den vergangenen Jahrhunderten selbst manch düstere Gestalt hervorgebracht - von den Hexen, die aus der Burg in den See Norloch geworfen
wurden, über Dr. Jekyll und Mr. Hyde bis hin zu dem Grabräubergespann Burke und Hare.
Auf den Touren erfahren Besucher dann auch noch von der „halb gehängten Maggie", dem wahnsinnigen Mönch oder dem Poltergeist von South Bridge.
Es nieselt noch ein bisschen als wir uns aufmachen Edinburgh zu erobern. Glück haben wir mit der Lage des Hotels, es liegt nur 1.5 km vom Stadtkern entfernt. Wir gehen über die South und North Bridge und haben freie Aussicht auf die Altstadt, die georgianische Neustadt, und das Scott Monument. Das stilvolle Balmoral Hotel mit majestätischem Uhrenturm ist ein wahrhaftes Luxushotel im Herzen von Edinburgh.
Unser Spaziergang führt und direkt zur Waverly Bridge, wo wir sofort eine sight-seeing tour durch Edinburgh mit dem Bus mitmachen. Wenn man Zeit genug hat ist es überhaupt kein Problem, Edinburgh
zu Fuß zu erkunden.
Auch deutsche Volkslieder werden zur Begrüßung schon mal gespielt, z.B. exclusiv für Jürgen „Musi denn ... usw."
Die Stadtrundfahrt haben wir zweimal gemacht, sind in der Altstadt gewesen, am Schloss, den Castle Hill rauf und runter gelaufen, und haben anschließend nicht mehr gewusst was wir noch nicht
gesehen haben.
Edinburgh ist eine Stadt voll mit Sehneswürdigkeiten, Kultur und Geschichte. Selbst die uralten Pubs könnten Geschichten und Ereignisse der Vergangenheit erzählen. Die Stadt ist voll von Touristen,
hier auf der Royal Mile oder den Pubs. Bobbys Bar erinnert an einen treuen kleinen Hund, Bobby, dem man ein Denkmal errichtet hat.
Bobby, der Hund eines Hirten, der auf dem Friedhof von Greyfriars begraben lag, hielt vierzehn Jahre lang Wache am Grab seines Herrn, bis zu seinem eigenen Tod. Ihm zu Ehren wurde auf der Candlemaker Row ein Denkmal errichtet.
Deacon Brodie's TavernEin weiteres Pub mit legendärem Namen steht am Lawnmarket. Die Deacon Brodie's Tavern.
Deacon William Brodie (* 1741; † 1788) war ein schottischer Tischler und Stadtrat von Edinburgh, der ein heimliches Leben als Einbrecher führte, zum Teil um den Reiz des Verbotenen auszuleben, zum Teil um seine Spielsucht zu finanzieren.
AngeschissenWir laufen von einer Sehenswürdigkeit zur anderen, wissen nicht mehr wo uns der Kopf steht, die Füße werden so langsam rund, die Zunge dick, ich brauche eine Pause. Wir setzen uns an der Rose
Street in ein Pub und trinken erst mal Kaffee. Am Nebentisch setzt sich eine elegant gekleidete Frau und bestellt sich einen Weißwein dann einen Rotwein. Sie steht auf und geht, schon etwas wackelig.
Später sehen wir die Frau in anderen Straßenbistros wieder. Jetzt schon ziemlich tütelich. Tsss, tut das Not.
Die Zeit vergeht wie im Flug, und so machen wir uns langsam auf den Rückweg. Unterwegs wollen wir in einem Pub noch was essen. Auf dem weg dahin, wird Jürgen noch von einer Möve getroffen, dem
Resultat nach, war es aber nur ein kleineres Mövchen. HiHi.
Lecker, KartoffelsuppeIm Pub haben wir es uns dann richtig schmecken lassen, mit einer leckeren Kartoffelsuppe als Vorspeise und Fish & Chips als Hauptgericht.
Zufrieden, satt und müde sind wir dann in der Minto Street, im Hotel, eingetroffen.
Das Resümee dieses Tages ist, für Edinburgh muss man mindestens 2 Tage Sight-Seeing einplanen.
Haben dann den nächsten, leider auch letzten Tag, in Edinburgh geplant und sind dann auch nach dem Schlummerkaffee bald in Orpheus Armen gelandet.
