Sonntag 22. Juli 2007
Wülfrath - Ijmuiden
7:30 Uhr, irgendetwas weckt mich auf. Es ist der Planet, der mir in die Augen scheint. Also hoch, Duschen, Beisserchen putzen, Rasieren schenke ich mir heute. Als ich fertig bin, kommt auch schon Ulli und bereitet das Frühstück. Ich rödel schon mal am Moped alles auf, die Kamera wird noch nicht angebaut. Und dann ist es irgendwann soweit. Dirk bringt uns noch die paar Meter zur Autobahn, man sieht's ihm richtig an, Er und Ulli wären am liebsten mitgefahren, uns hätte es sehr gefreut, Dirk & Ulli es gibt bestimmt ein nächstes Mal.
Also sind wir nun auf dem Weg in das Land jenseits des Tweed. So wie es aussieht hält das Wetter und wir schaffen es ohne Regen nach Ijmuiden, da wir ja auch nur mit Sommerkleidung (kein Gore-Tex) unterwegs sind.
Wie sagt man „Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt" und es kam anders.
Kurz vor Ijmuiden sah man schon wie es schön schwarz und gelb wurde. Man konnte den Regen schon riechen, ich schaute verzweifelt nach einem Parkplatz. Da kam eine Parkbucht, die ich auch anfuhr. Endlich, dachte Jürgen, noch Zeit um das Regenkombi anzuziehen. Nein da hält man nicht, zumal da auch ein Schild stand, Rastplatz 2 km. Das schaffen wir noch, war mein Gedanke. Denkste, der Platzregen hat uns voll erwischt, innerhalb von Sekunden waren wir bis auf die Haut nass. Die Raststätte haben wir nicht mehr gebraucht. Unter einem Vordach einer Gastätte haben wir uns dann umgezogen. Zum Glück hatte das Restaurant noch geschlossen.
Nachdem wir also trocken gelegt waren, mussten noch die patschnassen Klamotten verstaut werden und dann nix wie los, die Fähre wartet nicht.
Wenn es mal anfängt schief zu laufen dann kommt natürlich eins zum andern. Bei uns war es ein Stau, der unseren Zeitpuffer schrumpfen ließ. Haben uns halt durchgeschlängelt, noch schnell das Spritfass gefüllt und ab zum Fährterminal. Das Einchecken hatte schon begonnen. Glücklicherweise sind wir in Wülfrath früh genug losgefahren. Soviel zum Zeitpuffer.
Es war aber noch genug Zeit um die nassen Klamotten so umzupacken, dass wir sie mit in die Kabine nehmen konnten, um sie zu trocknen.
Auf der Fähre, mussten wir mit den Mopeds eine schmale Rampe hinauffahren die sich dann als Sackgasse entwickelte. Uns war’s erst mal wurscht, wichtiger war erst mal aus der Jacke zu kommen.
Auf dem Ladedeck war es schweineheiß. Nun hieß es: Mopeds auf der schmalen Rampe festzurren. Gurte waren genug vorhanden, so dass wir unsere eigenen nicht hervorkramen mussten. Trotzdem stand ich in meinem eigenen Schweiß.
Ich hatte nur noch den Wunsch, mit dem ganzen Geraffel unsere Kabine zu erreichen und sie erst mal finden. Wie wir sie gefunden haben, keine Ahnung.
Dann fing das Chaos an. Nasse Kleider auspacken, wohin damit? Keine Kleiderbügel oder Haken in der Kabine. Alles wo man etwas hinhängen konnte, war mit unseren klatschnassen Kleidern belegt.
In kurzer Zeit war die Kabine eine Sauna. Erst recht, als wir unter die Dusche gingen.
Danach waren wir genauso nass wie unsere Kleider. Aus der Klimaanlage blies ein laues Lüftchen, welches es niemals schaffen würde unsere Kleider zu trocknen.
Aber erst mal mussten wir raus aus der Kabine und an die frische Luft. Wir hatten Hunger und Durst, was ja auch kein Wunder war, denn außer dem Frühstück bei Ulli und Dirk hatten wir nix zwischen die Zähne bekommen.
Aber wir mussten noch eine ganze Stunde warten, Essen gibt es erst ab 19:00 Uhr.
Also eroberten wir das Schiff, flanierten an Deck,
genossen das schöne Wetter und dachten an die Zuhausegebliebenen.
Endlich war es 19:00 Uhr und wir machten uns für die Schlacht am kalten Buffet bereit.
Wir haben geschlemmt, das Buffet rauf und runter gefuttert, bis nix mehr reinging.
Später, beim Verdauungsspaziergang an Deck, kamen uns wieder die nassen Kleider ins Gedächtnis. Dagegen mussten wir etwas unternehmen. Trocknen würden die niemals bis zum nächsten Morgen. Dann hatten wir eine grandiose Idee.
An der Rezeption schilderten wir unser Problem und fragten, ob es möglich sei, die nassen Kleider in einen Wäschetrockner werfen zu können, den es doch sicherlich irgendwo auf dem Schiff gibt.
Das sei überhaupt kein Problem, sagte der Stuart. Ein paar Minuten später wurden die Kleider von einer
freundlichen Chinesin abgeholt und später sogar wieder gebracht. Solch ein Service hat mich ziemlich überrascht.
Ob die nette Chinesin das Trinkgeld bekommen hat?
Nun liegen wir in der Kabine, satt und müde und bewegen uns nicht, denn es ist immer noch verdammt warm. Ich würde sagen, Wohlfühltemperatur für Hilde.
Tomorrow is an another day. Let’s wait and see what will be. Mit diesen Gedanken lasse ich mich in langsam in Orpheus Armen gleiten.
Frühstück gibt es ab 7:00 Uhr.