14.Tag 28.05.2009
von Ballachulish nach Kenmore
oder
Was steht denn heute auf dem Programm?
In Kurzform: ca 196 Kilometer auf Single und Bonsai-Roads, aufgrund des regnerischen Morgens sehr wahrscheinlich kein Offroad. Dafür einsame Täler - Wald - Heide und Moorlandschaften. Und viel Wasser...sprich jede Menge Lochs.
Wir verlassen Ballachulish auf der A82 in westlicher Richtung. Am großen Kreisverkehr wechseln wir auf die A828 und fahren schön geruhsam am Loch Linnhe entlang. Ein schönes Loch...aber die Sicht ist heute nicht so gut. Nach den gestrigen starken Regenfällen ist die Luft noch sehr diesig und Nebelschwaden hängen tief über dem idyllischen See.
Wir passieren Duror und später bei Portnacroish halten wir auf einer Anhöhe. Unten liegt auf einer Insel, die bei Ebbe auch zu Fuss erreichbar ist, das Castle Stalker.
Teilweise nur schemenhaft zu erkennen. Immer noch herrscht der Nebel des Grauens. Wirklich schade..!
Der Blick bei schönem Wetter.....wenn man den welches gehabt hätte...!
uffpasse...elderly people kreuzen den Weg
Wir fahren am Ufer des Loch Creagan entlang. Unterwegs, bei Barcaldine, könnte man das Scottish Sealife Sanctuary besichtigen.
Hier wird das maritime Leben dem willigen Besucher zu Gemüte geführt...ausserdem gibt es hier auch eine Auffangstation für verletzte Seeotter.
Da es schon wieder zu nässen beginnt fahren wir auf der A828 weiter bis zur Oban Connel Bridge.
Connel Bridge über die Falls of Lora
Die Connel Bridge führt über die Falls of Lora.
Verusacht durch eine Felsbank in de Mitte bildet sich hier eine Engstelle.
Durch die aufstauende Tidenströmung vom Loch Etive können sich je nach Gezeitenstand bis zu 5 Meter hohe Wellen aufbauen. Muss ein gigantischen Schauspiel sein.
Bei uns ist aber leider Ebbe und daher stehen wir hier nur für die Rot-Phase der Ampelschaltung. Wegen Bauarbeiten an der heute nur einseitig befahrbaren Brücke.
Oban..bei uns verregnet...rechts wennn schönes Wetter
Ein paar Meilen weiter erreichen wir dann Oban, welches bis weit ins 19.Jahrhundert hinein nichts weiter als ein kleines Fischerdorf an der Westküste Schottlands war.
Heute, nach Erschliessung und dem Bau der Eisenbahn seit 1880, ist die über 8000 Einwohner zählende Stadt ein pulsierendes Zentrum und der Hauptfährhafen für die inneren und äusseren Hebriden.
Oban liegt geschützt in einer Bucht, der die Insel Kerrera vorgelagert ist.
Hier wäre normalerweise eine längere Besichtigung angesagt gewesen...aber der Herr der Wassertropfen hat was dagegen.....
Wir verlassen Oban und biegen Richtung Glencruitten ab.
Unter einer Bahnbrücke hindurch geht es weiter nach Barranloch. Dort biegen wir in südlicher Richtung ab und ab jetzt führt die single-road wieder durch einsames Gebiet immer am River Nell entlang bis nach Taynuilt.
In Taynuilt biegen wir dann auf die A85 ein, überqueren den River Awe und befahren dann den "Pass of Brander" , kein Pass im eigentlichem Sinne sondern der Name für ein Schlachtfeld im schottischen Unabhängigkeitskrieg von 1308.
Vorbei gehts an der Cruachan Power Station. Die alte Militärstrasse, die zum Staudamm auf dem Ben Cruachan hochführt, sehen wir zwar auf der anderen Seeseite aber die Zufahrt ist leiderleider gesperrt.
Die A85 führt weiter durchs Glen Lonan und wieder mal werden wir von einem heftigem Regenschauer überrascht....nene...keine Überraschung. Kurze Zeit später fängt mein Garmin Zumo an zu streiken...seltsam farbige Streifen zucken über den Bildschirm und Sekunden später quittiert das Zumo seinen Dienst. Bildschirm komplett tot.
Da steht man dann im Gelände und merkt mal wieder wie abhängig man von solchen Elektonikteilen ist....! Hektisch...mir läuft im stehen das Regenwasser in den Nacken, schraube und tüftele ich am GPS-Verweigerer herum. Geh endlich wieder an....du Drecksack. Und Tatsache..anscheinend hat sich auf der Holperstrecke anscheinend der Akku etwas gelöst und nach grossem Reset verrichtet das Teil wieder anstandslos seinen Dienst.
Bei Inverlochy biegen wir dann nach links ab und fahren auf der B8074 weiter die uns ins 15 Kilometer lange Glen Orchy führt. Es nieselt mittlerweile nur noch und so geniessen wir trotzdem das landschaftlich reizvolle Tal. Der River Orchy hat über lange Zeit für atemberaubende Szenerien gesorgt. Mal ruhig, dann wieder tosend dahinfließend. Am Eingang des Tales steht wieder mal eine von Hildes Lieblingsattraktionen..eine den Fluss überspannende suspension bridge...Hilde saacht da Wackelbrücke dazu. Was folgt ist ja klar...Hilde muss da mal drüber...auch wenn das gar nicht in IHREM Sinne ist...grinsgrins..!
Falls of Orchy
Hilde hat ihren inneren Schweinehund wirklich überwunden und die Brücke mit weichen Knien und flackernden Augen...!!! aber eiserner Willensstärke !!!.....BEZWUNGEN.
Ein paar Kilometer weiter folgt das nächste Highlight. Wir sind an den Falls of Orchy angekommen wo sich der Fluss mit unbändiger Kraft durch die Felsen gefressen hat.
Bizarr ausgespülte Felswände und tief eingeschnitte Passagen waren die Folge.
Hier sind auch öfters Kajakfahrer unterwegs um diese Abschnitte zu durchfahren.
Es kommt auch immer wieder zu schweren Unfällen oder sogar Todesfällen, wie Gedenktafeln an den Holzgeländern der Aussichtsbrücke belegen. Mich würde hier auf jedenfall keiner ins Kajak bringen...!
Hunger macht müde..und grosse Augen
Nahe Bridge of Orchy biegen wir dann wieder auf die A82 ab und in Tyndrum angekommen wird erstmal Paddys Pub zum Essen fassen angesteuert.
Nachdem die knurrenden Mägen wieder beruhigt sind fahren wir weiter am Loch Lubhair entlang und durch den Trossach Nationalpark weiter bis nach Killin und dem Loch Tay.
Nächster Abbiegepunkt ist dann bei Edramuckie. Hier wirds dann wieder aufregend kurvig und es geht in weiten Schwüngen und einigen Serpentinen bis hoch an den Stausee Lochan na Lairige.
Hier stehen wir dann inmitten der imposanten schottischen Berwelt. Sogar der Himmel hat Erbarmen und lässt die Sonne durch die Wolken scheinen.
Die kleine Strasse bringt uns hinter dem Stausee in fast hochalpine Regionen. Die folgende Abfahrt ins Tal hinunter ist mit Sepertinen gespickt, kurze Steilstrecken ohne Dackelmauern am Strassenrand und nach jeder Kurve faszinierende Ausblicke. Bikerherz...was willst du mehr...
Unten angekommen fahren wir durchs malerische Glen Lyon mit seinen mit Blumen und Ginster übersäten Wiesen und Berghängen. Der River Lyon ist ausgewiesenes Lachsfanggebiet und die in Frage kommenden Angelplätze werden hier richtig teuer an den meistbietenden versteigert.
Auf schmaler Strasse passieren wir Camusvrachan, fahren durch Invervar und erreichen schliesslich Fortingall.
Von hier aus nähern wir uns mit Riesenschritten unserem Tagesziel, dem B&B Coshieville House in Keltneyburn.
Die Unterkunft ist vom feinsten und mit viel Liebe eingerichtet. Die Zimmer sind richtig schnuggelig. Das Besitzerehepaar so richtig schottisch freundlich. Einfach klasse.
Ein Wehrmutstropfen...Zum Abendessen müssen wir nach Auskunft leider nach Kenmore. Wir haben nicht gewusst, dass es nur auf Bestellung abends warme Küche gibt. Wir bekommen die Info...5 Minuten Gehweg. Ein Blick auf die Karte lässt zweifeln...sind doch eher 5 Meilen..wohl.!!
So bringen wir nur das Gepäck rein und machen uns dann docjh lieber mit den Moppeds auf den Weg. War auch besser...waren eher 7 Meilen!!!
In Kenmore finden wir uns dann auf dem Picknickplatz gegenüber der Einkaufsmeile von Kenmore ein und hauen uns alle eine lecker Pizza in den Kopf.
Danach wieder zurück. Unterwegs muss ich dann doch nochmal in den Wald hinein. Nicht was ihr vielleicht denkt....Nein... aber die freien Flächen zwischen den Bäumen sind über und über mit blauen Blumenteppichen bewachsen.
Dann gehts aber endgültig zurück ins B&B. Körperpflege muss ja auch noch sein.
Wir nehmen genüsslich ein heisses Wannenbad. Jawoll..richtig gehört...nix düschern...volles Programm einweichen...da fehlt nur noch ein Whisky..und zumindestens ich hätte in der Wanne übernachten können..!
Danch im gemütlichem Kaminzimmer noch ein paar Bier schlappern...und anschliessend dunkel liegen gehen...gelle.