3.Tag  17.05.2009

 

von Newcastle nach Tyndrum

 

Es ist 7:00 Uhr und der Wecker macht sich wieder mal unbeliebt. Ein Blick aus dem Bullauge bringt die Erkenntnis, dass noch keine Sonne zu sehen ist, es aber wenigstens nicht regnet.

 

Also aufstehen, Duschen und Zähnchen putzen. Rasieren lass ich lieber. Das ganze Gerödel zusammenpacken, alle Ladegeräte zusammensuchen und das verstauen bringt mich leicht zum schweißeln. Motorradklamotten anziehen und raus aus der Kabine an die frische Luft ist erst mal alles was ich will. Draußen merke ich dann, dass dringend Nahrungsaufnahme angesagt ist. Ich hoffe, dass Jürgen wieder auf dem Damm und für Schottland fit ist.

So in meinen Gedanken versunken spricht mich jemand von der Seite an. Hä, was is los. Nun da isser ja, wieder fit wie er sacht...erstmal einigermassen..das Frühstück wird zeigen ob alles in Ordnung ist.

 

von Angst keine Spur mehr.... von Angst keine Spur mehr....

 

 

Hilde ist auch da.

 

 

Und Hilde lacht.....?? Über Nacht hat sie Ihre Angst vor der Seefahrt verloren und muss erst mal was anderes, als frische Luft inhalieren. 

 

 

Also wenden wir uns dem Speisesaal zu, frühstücken.

 

 

 

Dirk und Ulrike sind noch nicht da.

 

Wir haben sie jedenfalls noch nicht gesehen. Heute sind sie entschuldigt,  Ulrike hat ja heute Geburtstag.

 

Ein halbes Jahrhundert macht sie voll.

 

Da wird sie wohl noch ein bisschen müde sein, warum, Hä, blöde Frage.

 

Wir fangen schon mal uns am Frühstücksbuffet zu vergnügen. Ich ( Jürgen ) trinke heute zum Anfang erstmal Tee um zu sehen ob sich Restbestände der holländischen Krabben erneut zur Rebellion erheben. Aber es tut sich nichts...na jetzt aber...Rührei und Speck her....ich habe Nachholbedarf!!!

 

Kurz danach  kommen Ulrike & Dirk.

 

Am Frühstückstisch herrscht großes Hallo, drücken und Küsschen und wir gratulieren Ulrike zum Birthday.

 

Das Frühstück ist wie erwartet phänomenal und Alfred bekommt sogar heisses Wasser in seine Thermoskanne gefüllt...Kaffee für unterwegs.

 

Da jetzt schon langsam die Küstenlinie von Newcastle am Horizont auftauchte wurde das Frühstück beendet.

 

Mittlerweile scheint die Sonne vom fast wolkenlosem Himmel.

 

Also noch mal schnell aufs Oberdeck, ein paar Fotos schiessen und dann nichts wie ab in die Kabine. Mittlerweile ist es kurz 9:00 und es kommen schon die Durchsagen, dass sich die Fahrer bereit machen sollen. Und wir müssen ja noch unseren Krempel zusammenpacken und dann ab aufs Ladedeck, Moppeds aufrödeln und dann hoffentlich schnell runter vom Schiff.

 

 Alfred war schon mit seinen Verzurrgurten am kämpfen. Da sich die Dinger, vergammelt und verrostet, nicht öffneten wurden die Gurte kurzerhand mit dem Taschenmesser gekappt. Geht auch viel schneller...gelle.

 

Gegen 10:30 Uhr Ortszeit fuhren wir dann endlich vom Schiff und mussten dann noch durch die Customs- und Immigrations Kontrolle, die bei einigen von uns doch sehr genau durchgeführt wurde. Helm ab, Sonnebrille ab usw...So hatten wir dann genügend Zeit , uns am ausgemachten Treffpunkt, auf die falsch fahrenden Engländer vorzubereiten.

 

Noch ein letzter Blick zurück auf unseren Dampfer und dann gings endlich los Richtung Tyndrum.

 

scottish Border bei Carter Bar scottish Border bei Carter Bar

Der erste Teil der Strecke führte uns dann durch Newcastle.

 

Unzählige Kreisel.....nervend.

 

Dann endlich raus aus der Stadt und auf der Autobahn A696 bis zur schottische Grenze bei Carter Bar.

 

Hier machten wir erstmal eine kurze Pause und verdrückten die Pausenstullen, die Ulrike ja schon am Samstag angedacht hatte. Kaffee gabs aus Purzels Thermoskanne.

 

Es war auch recht windig und kühlster, wie Hilde sagen würde, aber wenigstens schien so ein bisschen die Sonne und vor allem es war trocken...und wenn wir schon hier sind, dann werden auch Bilder gemacht.

Weiter gings Richtung Peebles. Dort angekommen...Sitzfleisch verlangt nach einer Pause...wollten wir eine Kaffeepause machen. Vielleicht auch ein Stück Kuchen. Aber war wohl nix...ein Cafe oder ein Pub mit freien Plätzen war nicht zu bekommen.

 

Nun denn, vielleicht finden wir ja was in einer anderen Ortschaft. Noch befinden wir uns ja in recht gut besiedeltem Gebiet.

 

In Newbigging, im "Nestlers Hotel", hatten wir dann Erfolg. Ein kleines, heimeliges Hotel mit Pub. Durch die Besitzerin wurden wir freundlichst empfangen und dann gabs 

Kaffee und lecker Kirsch-Käse-Kuchen. Gerettet....!

 

Zwischen der netten Besitzerin und uns entwickelte sich sogleich ein angeregter small-talk, bei dem sich dann auch herausstellte, daß sie wohl Verwandschaft in Wiesbaden hätte. Tochter oder so. 

 

Später fiel uns dann auf, dass irgendwie fast alle Schotten mit denen wir ins Gespräch kamen, Bekannte oder Verwandte in Mainz, Wiesbaden oder Frankfurt hatten. Sonst nirgends....?  Aus Spass wetteten wir später immer auf die Orte.

 

Den nächsten Halt machten wir an der A81 nähe Killearn, an der Glengoyne Distillery. Leider war keine Zeit mehr diese zu besichtigen.

Die Straße führt uns dann über Alexandria weiter und nordwärts am Loch Lomond entlang.

 

Der Loch Lomond ist mit einer Fläche von etwa 71 km² der größte See Schottlands. Er erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung über eine Länge von 39 Kilometern, ist bis zu acht Kilometer breit und bis zu 190 m tief. Längs des Sees führen westlich und östlich zwei Wege für sehr unterschiedliche Ansprüche.

 

Bei Ardlui erreichten wir das nördliche Ende des Loch Lomond und jetzt hatten wir es fast geschafft und es waren nur noch eine handvoll Meilen bis zu unserem Tagesziel, die frühere Goldminenstadt, Tyndrum. 

 

Im Dalkell Cottage, wo wir herzlich begrüßt wurden, bezogen wir erst mal unsere Zimmer und nach einer Dusche machten wir uns auf den Weg ins Paddy’s Pup. Dort ließen wir es uns recht gut gehen. Wir genossen das Guinness, ( das letzte für Alfred in diesem Urlaub ), und das Steak ( auch das letzte für Alfred ), was wieder vortrefflich war.

 

Später gingen wir dann fröhlich ( fast volltrunken ) und daher gut gelaunt zu unserem Cottage und gingen dunkel liegen.

 

Mit dem Gedanken an den morgigen Streckenverlauf und die vielleicht erste Offroad Strecke, fiel ich ( Alfred ) in tiefen Schlaf. Wir anderen auch.

 

 

 

 

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