5.Tag  19.05.2009

 

von Mallaig nach Portree - Isle of Skye

 

 

 

Seaviewguesthouse Mallaig Seaviewguesthouse Mallaig

 

Aufdringliches Mövengeplärre weckt mich und als ich den Kopf zum Fenster drehe lächelt mir die Sonne in meine Äuglein! Na also....geht doch..!

 

In unserem Zimmer herrscht ein subtropisches Klima wie im Gewächshaus des Frankfurter Palmengartens. Die Nacht über hatten die voll aufgedrehten Heizkörper sämtliches Regenwasser vom Vortag aus unseren Klamotten verdampft. Alles wieder trocken.

 

Nix wie raus ins freie und frische Meerluft atmen. Macht die Lungenflügel frei.

 

Heute wollen wir auf die Isle of Skye übersetzen. Wir bedeutet, ab heute leider ohne Purzel. Der drückt sich ja in Fort William im Krankenhaus rum. Da wir telefonisch in Kontakt stehen und ER wohlauf ist....soweit wie es halt möglich ist...gehen wir heute zumindestens beruhigter an die Sache heran.

 

Ich schaue durch ein Fenster und da sind die beiden Wülfrathers doch schon am Frühstücksbuffet.....? Wenn, dann wird zusammen gestückfrüht, gelle.

 

Rein in die gute Stube und was gibts zum beissen...?...Na klar doch...full scottish breakfast!!! Jedenfalls für Hilde und mich. Ulrike und Dirk können am morgen noch nicht so opulent...deswegen scottisch breakfast---light version für die beiden ( only scrambeld eggs & tomatos )

 

Nachdem wir gesättigt sind ( eigentlich sind wir voll bis Oberkante Unterlippe ) verabschieden wir uns mit einem großen DANKESCHÖN von Fiona. Schottische Gastfreundschaft vom feinsten !!!! Dieses B & B können wir wärmstens empfehlen.

 

 

Aufgesessen und ein paar hundert Meter und wir sind schon am Fährhafen von Mallaig. Tickets holen und dann ab in die Wartespur. Am Horizont sehen wir schon die Fähre rasch näherkommen.  20 Minuten später stehen die Motorräder auf der Fähre und werden von der Schiffscrew verzurrt. Wir gehen aufs heute sprichwörtliche Sonnendeck und kurz darauf stechen wir  in See. Vorbei am Denkmal der Auswanderer geht raus auf die Sandaig Bay...tolle Ausblicke auf die Inseln der äusseren Hebriden...Eigg und Rhum und nach Skye, zur Armadale und Knock Bay hinüber.

Da hier schon die Möglichkeit besteht, Delphine oder Minkwale zu sehen, werden die Beobachtungsposten besetzt und vor allem Hilde späht angestrengt aufs weite Meer hinaus.

Vor uns taucht Armadale auf, unser erster Anlaufpunkt auf Skye uuuuund "bewohntes Gebiet", wie wir seit unserer ersten Schottlandtour 2007 wissen.

 

Dirk und ich warten...auf unsere Frauen..!! Dirk und ich warten...auf unsere Frauen..!!

In Armadale angekommen, bleiben wir nach verlassen der Fähre am Parkplatz stehen...und kaum sind wir gerade mal 5m an Land...flugs sind unsere beiden Frauen im ersten Souvenirladen verschwunden. So sind Frauen eben((((((((((((((((( Dirk und ich können ja in der Sonne schwitzen.

 

Dann geht los. Wir fahren an der Knock Bay entlang nach Kilbegg, wo wir dann Richtung Tarskavaig abbiegen. Die kleine Single Road schlängeld sich ab jetzt durch die einsame, menschenleere und wunderschöne Berg und Hügellandschaft von Skye.

 

Vorbei am Loch Dughail,  immer wieder präsentieren sich uns nach jeder Kurve atemberaubende Blicke auf die gegenüberliegenden Berghänge der Cuillins. Kurz darauf passieren wir das im Tal gelegene Crofting Village ( kleines Bauerndorf ) Tarskavaig.

Hier machen wir einen Abstecher zum Strand. Päuschen machen. Ulrike entdeckt am Strand ein Mutterschaf mit Nachwuchs und will unbedingt so nah wie möglich anschleichen um Fotos zu machen. Das schottische Schaf denkt sich jedoch...was will dieses seltsame gekleidete "blonde Tier" denn von mir und entzieht sich zu unserer Belustigung geschickt jeglichen Annäherungsversuchen von Ulrike.

 

 

           Nach der erfolglosen Jagd fahren wir weiter. Immer entlang am Cuillin Sound. Ein paar Kilometer weiter erreichen wir zuerst Tokavaig mit Blick auf die Ruinen des Dunscaith Castle. Eine Besichtigung verkneifen wir uns. Nur kurz ein Foto vom Strand.

 

Wir fahren lieber das gewundene Strässchen Richtung Ord weiter wo wir nach rechts abbiegen. Nach einer Weile treffen wir dann wieder auf die A 851, der wir bis nach Broadford folgen. Dort wird dann erstmal das Benzinfass gefüllt und danach versorgen wir uns mit einem lecker Cappucino und einem Muffin.

 

Gestärkt besteigen wir unsere Motorräder und folgen nun der B 8083. Kurz nach Broadford machen wir nochmal kurz Halt an einem alten Clan-Friedhof, der direkt an der Strasse liegt. Weiter, am Loch Chriosd vorbei, führt uns das schmäler werdende Strässchen um den Loch Slapin herum. Im Hintergrund sehen wir die Bergkette des Bla Bheinn aufragen. 

 

         Kurz vor Elgol gehts dann auf einen Berg hoch. Von hier bietet sich uns ein phantastisches Panorama. Vor uns der Sound of Cuillin und die gegenüberliegenden dazugehörigen Bergketten. Hier kannst du wirklich alle paar Meter stehenbleiben und staunen.

 

Wir fahren dann über eine steil hinabführende Strasse, ca.25% Gefälle auf ein paar hundert Metern plus enge Serpentinen bis hinab an den Hafen....ist eigentlich nur eine kleine Bucht mit betoniertem Anlegesteg.

 

Hier gibt es die Möglichkeit bei "Bella Jane Boattrips" entweder eine Whalewatching - Tour zu unternehmen oder über den Cuillin Sound zu den Seehundkolonien am Loch Scavaig zu fahren. Auch ein Ausflug zum Loch Coruisk kann hier gebucht werden. Wer also Zeit hat und absolut seekrank werden will...hier hat man die Chance dazu.

 

Wir setzen uns auf die Picknickbank, essen was und geniessen in vollen Zügen die herrliche Aussicht auf den vor uns liegenden Sound of Cuillin, das Loch Scavaig und die gegenüberliegende Berge der Cuillin Ridge. Ohne Worte.

 

Loch Ainort Loch Ainort

 

Wir können uns von diesem Anblick kaum losreissen....aber wir haben noch ein gutes Stück Weg vor uns.

 

Es geht erstmal ein Stück den selben Weg zurück. Wieder um das Loch Slapin herum. Die Strecke könnte ich den ganzen Tag fahren. In Broadford biegen wir nach links ab und fahren auf der A87 bis kurz nach Luib, wo wir dann wieder rechts auf eine schmale Single Road abbiegen und den Loch Ainort umrunden.

Auch hier wieder zieht uns die weitläufige Gegend in den Bann. Auf den kahlen Berghängen tanzen die Schatten der vorbeiziehenden Wolken. Ein Lichtspiel sondersgleichen. Und wieder werden jede Menge Fotos gemacht.

 

In Sconser treffen wir dann wieder auf die A87 und fahren bis zur Sligachan Brücke.

Dort wechseln wir auf die B8009 und fahren in westlicher Richtung nach Carbost.

 

Hier halten wir, um wenigstens kurz ein oder zwei Augen in die hier ansässige Talisker Distillery zu werfen.  Den "wee dram" ( ein Probeschlückcken ) gibts eigentlich bei einer Besichtigung umsonst. Wir kommen aber ein paar Minuten zu spät und für die nächste Führung wirds zeitmässig einfach zu spät.

 

Also zurück nach Sligachan und dann werden die restlichen 15 Kilometer in nördliche Richtung bis zu unserem Tagesziel, dem Isles Inn in Portee, in Angriff genommen. 

 

Wir kommen gerade richtig, ein Parkplatz vor dem Pub wird gerade frei. Schnell einparken, Gepäck runter vom Mopped, einchecken und ab auf die Zimmer.

 

Ich ruf mal bei Alfredo an. Der ist guter Dinge und soll morgen oder übermorgen den Heimflug antreten. Also...alles wird gut!

 

Nach einer heissen Dusche gehen wir runter ins Pub. Erst ein Guiness an der Bar und dann schleunigst zum essen fassen bevor der Magen revoltiert.

 

Eines an dieser Stelle....die Wirtin war von der etwas klebrigen Sorte...wir aus Unnerfrange würden sagen...die is babbisch....AAAABBER...das Essen ist wirklich allererste Sahne. Würde fast sagen, das beste Essen der ganzen Tour hatten wir im Isles Inn.

Scallops ( Jakobsmuscheln ) für die Mamma und mich. Ulrike hatte Garnelen und anderes Meeresgetier. War wirklich Leckerschmecker. 

 

Heute abend gibts auch noch Live Musik. Was willst du mehr...??? Ein Verdaungsspaziergang tat not. So sind wir ein bisschen durch Portree geschlendert, mal am Hafen geschaut und dann wieder zurück ins traute Pub.

Fisch will ja schwimmen..also ein Aufguss mit GuinessGuinessGuiness....and so on.

 

Die Fiddler haben dann angefangen in die Saiten zu greifen und wie so üblich in schottischen Pubs dauert das nicht lang bis die Post bis in die späte Nacht abgeht.

 

Jedenfalls floss das Guiness in Strömen und so hatten wir später auch keine Probleme mit der lauten Musik, die ja "zufällig" genau direkt unter unserem Schlafgemach dudelte...und das lange...!

Lediglich die Schnarchnasen die sich nach der "last Order" lautstark auf der Strasse vergnügten haben mich dann doch etwas wuschig gemacht.

Be quiet please...ich brauche meinen Schönheitsschlaf.

 

 

 

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