6.Tag 20.05.2009
Isle of Skye - Trotternish Rundfahrt
Zauber einer grandiosen Landschaft
the Isles Inn in Portree
Aufgewacht und der Schädel brummt etwas vom gestrigen Zechgelage im Isles Inn Pub. Kaltes Wasser auf die Birne geschüttet und alles ist gut.
Bis auf das Wetter..! Gestern abend war noch eitel Sonnenschein und Petrus meint wohl das wäre erstmal genug....der Kasper!
Es schüttet aus Eimern..buah...das wird wieder lecker heute.
Wir genehmigen uns im Frühstücksraum ein ausgiebiges Breakfast und der äusserst starke Kaffee vertreibt die letzten "Brummelbienen" aus meinem Hirn.
Da wir einen Fensterplatz haben sehen wir etwas genervt dem Kampf der Elemente zu die sich am Himmel um die Vormachtstellung streiten.
Da...ein blauer Fleck am Horizont...und er wird größer. DIE CHANCE wird genutzt und eiligst werden die Moppeds bestiegen und es geht vom Somerled Square ab in Richtung Staffin Road.
Wir werden nochmal kurz geduscht aber dann hört es endlich auf zu schütten.
In nördlicher Richtung auf der A855 fahrend passieren wir nach ein paar Kilometern Torvaig und weiter geht es durch die einsame, hügelige Moor-und Heidelandschaft, in der noch manchmal "Peat Torf" gestochen wird. Wird auch heute nach dem trocknen hauptsächlich als Brennmittel genutzt.
Wälder oder gemeinhin Holz gibts ja nicht viel in Schottland. Die diesbezügliche Ausbeutung des Landes durch die Engländer hatte schon im Mittelalter begonnen. Das gesamte Holz für die englischen Flotten wurde in Schottland geschlagen, tatsächlich war hier früher dichtes Waldgebiet, was man an den uralten Baumstümpfen, besonders im Glen Nevis und dem letzten erhaltenen Stück in Glen Afrique noch gut sehen kann. Das Sozialsystem der Clans wurde vernichtet, ohne Identität oder Perspektive, verließen viele das Land um ihr Glück in der neuen Welt zu versuchen.
Dafür...und für viele andere Taten...wurden und werden die Engländer von den Schotten auch heute noch "innigst geliebt"...!!!
Vorbei geht es an Wasserfällen und "Dörtes", gemeint sind die schottischen Schafe. Vor uns taucht so langsam das Storr Massiv auf.
Immer wieder ziehen dunkelschwarze Regenwolken über uns hinweg, zähe Nebelschwaden wabern über die Berghänge und versperren uns einen klaren Blick auf den "Old Man off Storr", eine 80 Meter hohe, steil aufragende Felsnadel, das Wahrzeichen des Storr Massivs. Trotz des wechselhaften Wetters gelingen uns doch ein paar brauchbare Fotos von der bizarren Umgebung.
Hilde & Dirk an der Bearreraig Bay
Am Nordende des Loch Leathan biegen wir nach rechts ab und fahren über den Storr Lochs Damm zur Bearreraig Bay.
Trotz starkem Wind und wieder einsetzender Regenschauer...diesmal nur kurz...geniessen wir die herrliche Aussicht auf den Sound of Raasay und die tief vor uns liegende Bearreraig Bay.
Vor 170 Millionen Jahren sind hier noch Dinosaurier herumspaziert.
Fossilien und versteinerte Urtiere findet man hier auch heute noch...wenn man mit viel Zeit danach sucht und noch viiiiiieeeeel mehr Glück hat.
Nachdem wir uns sattgesehen haben fahren wir wieder zurück auf die A855 und weiter gehts Richtung Norden.
Nach ca. 13 Kilometern erreichen wir unser nächstes Highlight an diesem Tag, das Loch Mealth und den Kilt Rock mit dem über den Klippenrand hinabstürzenden Wasserfall, der vom Wasser des Loch Mealth gespeist wird.
Der Name der gewaltigen Basaltklippen stammt von Formgebung der Felswände, die nämlich genau so gefaltet sind wie das typische Kleidungstück eines Schotten, der Schottenrock oder Kilt...daher Kilt Rock.
Normalerweise ist das Aussichtsplateau vollgestopft mit Touristen aus aller Welt aber heute ist das Wetter ja etwas bescheiden und daher sind...Gott sei Dank...nur wenige Leute zu sehen.
Also können wir alles ganz in Ruhe geniessen. Schade nur, dass es immer wieder mal tröpfelt...weit draussen auf dem Meer saut es richtig herunter und so ist die Sicht über den Sound of Raasay teilweise etwas eingeschränkt.
Ulrike..die verschleierte...
Weiter geht die wilde Jagd über Clachan und Staffin.
Kurz hinter Staffin wirds Zeit für eine Kaffeepause. In einer etwas " älteren " Jugendherberge werden wir fündig und bekommen für kleines Geld einen riesen Cappucino.
Mindestens ein halber Liter pro Tasse. Das ist nicht gut für Hildes Kommunionsbläschen.....so viel flüssiges...das könnte die nächste Zeit verstärkt zu ausserplanmässigen Pinkelpausen führen...so alle paar Meter...!
Merde, und wieder schüttet es aus allen Wolken. Deswegen verkneifen wir uns den geplanten Abstecher an die Staffin Bay. Soll ja ein guter Platz zur Delphinbeobachtung sein aber im Moment sind man nur Wasserwände. Durch das altersschwache Gebälk der Herberge tröpfelt es auch schon durch.
Aber so ist halt Schottland....an einem Tag kannst du alle vier Jahreszeiten erleben. Nur gut, dass die Wetterlage schnell wechselt und langsam kommt die Sonne zum Vorschein.
So fahren wir denn gestärkt und vollen Mutes gen Brogaig und biegen dort auf die Uig Road ab.
Wir wollen zu den Klippen von Quiraing. Das schmale Strässchen windet sich in engen Serpentinen bis hoch auf das Plateau. Hier gehen einem die Augen auf. Eine grandiose Umgebung mit weitem Blick bis aufs Meer. Es überrascht überhaupt nicht, dass dieses schöne Fleckchen Erde als einer der Drehorte für den Film " HERR DER RINGE " ausgewählt wurde.
Hier vergisst man einfach die Zeit. Manche behaupten...wenn schon, dann möchte man hier begraben werden...Gänsehaut-Feeling...!
geplantes Offroad bei Quiraing Ridge
Genug gestaunt...wir müssen weiter.
Es geht das geile Strässchen zurück und biegen in Brogaig nach links auf die A855 ab.
Kurz danach stehen wir am Strassenrand und beäugen misstrauisch die Einfahrt auf einen Schotterweg, der so in Richtung Quiraing Ridge zu führen scheint.
Das wäre nach Alfredos Vorplanung eine der eingeplanten Offroadstrecken gewesen..!
In " Memorium Purzelinus " und in Anbetracht seines erst kurz zurückliegendem Unfalles: der Weg war sichtlich obernass und seifig und keiner wusste so richtig in welches Terrain der Trail hinführt. Kurze Rede...wir haben uns diesen Ausritt mal ganz schnell verkniffen. Da war dann doch noch zuviel Unruhe im Gedankenbehälter. Ein weiterer Unfall oder Sturz, bei dem Wetter... das muss dann doch nicht heraus gefordert werden.
Also entspannt weiter Richtung Duntulm, immer an der Küste entlang. Landschaftlich ein Traum. Genuss pur.
Nach kurzer Pause gehts weiter. Eigentlich könnten wir die Töffs ja schieben, denn schon 3 Km später erreichen wir das Skye Museum of Island Life.
Hier stehen schön restaurierte Crofts, in denen die Lebensweise und die Arbeitsstätten der mittelalterlichen Landbewohner dargestellt wird.
Zum Beispiel kann man sich in den Bereichen Töpferei...Weberei...oder beim Schmied, die jeweils in eigenen Hütten untergebracht waren, über die damaligen Arbeitsweisen - und Arbeitsgeräte informieren.
Das ganze ist recht nett gestaltet....aber irgendwie kommen mir dann doch Zweifel ob diese Umstände des damaligen Lebens bei den Einwohnern Glücksgefühle hervor gerufen haben. Ich denke mal, dass das Leben hier eine ganz schön harte Sache war.
Ein paar hundert Meter weiter steht auch das Denkmal der " Flora Mac Donald ", einer schottischen Freiheitskämpferin.
Flora MacDonald (* 1722 in South Uist (Äußere Hebriden) in Schottland;† 5. März 1790 in Kingsburgh, Skye) ist eine als Heldin verehrte Jakobitin.
Berühmt wurde Flora MacDonald, als sie Bonnie Prince Charlie nach dessen Niederlage in der Schlacht von Culloden zur Flucht verhalf. Sie versteckte ihn zunächst und ruderte dann mit dem Prinzen, der als Zofe Betty Burke verkleidet war, über das Meer zur Insel Skye.
sind das geile Strassen und Ausblicke...?!
Von hier aus fahren wir der 100 Meter hoch gelegenen A855 weiter. Auch hier sind nach jeder Kurve traumhafte Blicke garantiert. Auch bei wechselhaftem Wetter..!!
Nach 10 Kilometern erreichen wir Uig.
Dieser Ort war schon 2007 ein Tagesziel von Alfred und mir.
Ein kleines Dorf...mehr ein verstreut liegendes bewohntes Gebiet an einer kleinen Buch am Loch Snizort und zwei Jahre später hat sich hier überhaupt nichts verändert. Als wäre die Zeit stehen geblieben.
Wenn wir Hunger hätten könnte ich hier das Ferry Inn empfehlen. Die Gebrüder Rau haben da schon fürstlich diniert. Beim vorbei fahren ist es leider geschlossen. Also haben wir keinen Hunger und fahren weiter. Mit leicht knurrendem Magen.
Vorbei am Loch Snizort Beag und entlang des Loch Grenhornish gehts bis Einmündung auf die B886. Rechts abbiegen und wir fahren auf der Waternish Halbinsel.
Wir wollen zum ältesten Pub auf der Isles of Skye, dem STEIN INN in....natürlich heisst der Ort...na wie wohl...STEIN. Dort gelingt es uns wirklich einen Platz zu ergattern und wohl das leckerste Thunfisch-Sandwich seit langem zu verdrücken...Plus lecker Kaffee...plus toller Ausblick, bei mittlerweile strahlender Sonne, auf die Isle of Lewis...äussere Hebriden.
Was will man mehr...? Seht selbst.
Waternish Head...ein toller Ausblick jagt den nächsten
Unser nächstes Etappenziel liegt nicht weit von Stein entfernt.
Nach 12 Kilometern erreichen wir die Ardmore Peninsula und umrunden die kleine Spitze der Halbinsel.
Hier sind wir wieder an einem Platz angelangt wo man ohne Probleme tonnenweise Filmrollen verschiessen könnte. Tun wir aber nicht...wir sind im Digitalzeitalter.
Die Aussicht zum Waternish Head ist kaum zu toppen. Das muss man ganz einfach gesehen haben...no more comments
auf dem Weg zurück nach PortreeIrgendwann hat alles ein Ende und die Uhr mahnt zum Aufbruch....leider!
Es geht zurück nach Skeabost Bridge, dann über Carbost wieder auf die A87 über Drumuie nach Portree.
Nach heute insgesamt 180 gefahrenen Kilometern erreichen wir wieder unser B & B, das Isles Inn in Portree.
Moppeds abstellen, aufs Zimmer und erstmal Alfred anrufen. Was macht er wohl? Soweit ist alles klar...Termin für den Rückflug steht auch.
Duschen und ab gehts hinunter ins Pub. Lecker Essen und dann bei Live-Musik etliche Guiness zum nachspülen.
Die Stimmung ist blendend....wir treffen auf ein Schweizer Ehepaar und unterhalten uns angeregt über Schottland. Die haben sich auch nach kürzester Zeit in dieses Land verliebt.
Leider müssen wir morgen die Isle of Skye verlassen.
Vorher aber, komme da was wolle, müssen wir noch zum Neist Point, dem westlichsten Punkt der Insel. Aus Erfahrung von 2007 weiss ich, dass wenn das Wetter nur einigermassen mitspielt, dieser Trip ein absolutes Highlight werden wird.
