7.Tag 21.05.2009
von Portree nach Dornie
Portree am frühmorgens
Moin zusammen.....Portree schläft noch
Heute werden wir nach einer weiteren Rundfahrt auf Skye die Insel verlassen....SCHADE..!
Zu allererst wird aber ein ausgiebiges "early piece" zu sich genommen...denn es wird ein langer Tag werden. Es sind zwar nur ca. 180Km eingeplant aber es gibt wieder viel zu sehen und die Strassen werden schmal und eng.
Heute müssen die Moppeds auch wieder voll aufgerödelt werden...so ohne Koffer ist das viel schöner...aber alles Jammern nutzt nichts und so heisst es nix vergessen!
Wir verlassen Portree in westlicher Richtung und biegen auf die Struan Road ( B885 ) ab.
Ein kleines Hopsersträsschen mit ausgeprägt langen Bodenwellen.
Das macht so richtig Spass und nicht nur auf dem Meer kann man seekrank werden...hier auch....(((((
Bei richtig Speed wird das ganze Motorrad aus den Federn geworfen und so 2-3mal fahre ich meterlang nur auf dem Hinterreifen.
Eigentlich warte ich nur auf Mecker und heftige Rippenstöße meiner angetrauten, aber IHR gefällt es anscheinend auch sehr gut...ich wundere mich so langsam über mein Hildchen...sie wird immer mehr schmerzfrei.
Wenn DIE so weiter macht, gehen mir langsam die Zielpunkte für ein bisschen Spass aus...meinerseits...versteht sich...!
Aber wir haben ja noch was in Petto...kommt später.
Nach ca. 20 Kilometern Fahrt durch die einsame Moorlandschaft erreichen wir die Strasseneinmündug zur A863 und biegen nach links in Richtung Bracadale ab. Etappenziel ist das Loch Beg.
Eine traumhafte Strasse, die sich durch das Gelände windet und ständig wechselnde Ausblicke auf die Küstenstreifen des Loch Beg erfreuen unsere Bikerherzen.
Dunvegan Castle
Nach weiteren 20 Kilometern erreichen wir das Castle Dunvegan, gelegen am Loch Dunvegan, einem fjordähnlichem Ausläufer des "Little Minch".
Hier kann das Dunvegan Castle besichtigt werden, eines der wenigen Schlösser, das sich seit dem ersten Bau der Befestigungen bis heute - also vor mehr als 700 Jahren - im Besitz der Familie MacLeod befindet. In Großbritannien ist es damit das am längsten privat bewohnte Schloss.
Im Speisezimmer des "Fairy Towers" findet man das wohl kostbarste Heiligtum des Clans MacLeod, die „Fairy Flag“, diese Feen Flagge wie man auch sagt, ist ein Seidenbanner der der sich in einem Glasrahmen befindet , da die Jahrhunderte ihre unabdingbaren Zeichen der Zeit hinterlassen haben. Es heisst so lange sich diese Flagge in Besitz des Clans befindet steht der Clan unter einem besonderen Schutz der Feen.
In der viktorianischen Zeit wurde ein großer botanischer Garten angelegt. Dank des Golfstroms kann eine Vielfalt von aussergewöhnlichen Pflanzen in diesem Park gedeihen. Zudem gibt es zwei spektakuläre Wasserfälle in diesem Park. Der Park kann ebenso wie das Schloss selbst von Touristen besichtigt werden. Unterhalb des Schlosses liegt eine kleine Anlegestelle für Motorboote, hier werden Touren zu den Robben-Kolonien in der Meeresbucht vor Dunvegan angeboten.
Da Castle Dunvegan aufgrund der saftigen Eintrittspreise von manchen auch " Castle Ripoff " genannt wird, verkneifen wir uns die Führung im Schloss und geben das Geld lieber für den Besuch des kleinen aber wirklich sehenswert angelegten botanischen Gartens aus.
sehenswertes in Colbost
Wir fahren zurück bis zur Mill Road und weiter bis zur Einmündung der B884.
Die kleine Single Road führt uns bis zu unseren nächsten Ziel, Colbost, eine Ansammlung von Häuschen am gegenüberliegenden Loch Dunvegan.
Hier steht auch das Colcost Folk Museum, dass willigen Touristen Einblicke in das Mittelalterliche Leben gibt.
Ausserdem das " Three Chimneys ", ein kleines aber feines und über alle Grenzen bekanntes Fischrestaurant. War leider geschlossen.
seiner einer...der gehörnte Wegelagerer
Immer weiter entlang an den Ufern des Loch Dunvegan geht es weiter über Colbost - Glendale und Milovaig auf erst schmalen und dann immer schmäler werdenden Strässchen.
Schließlich erreichen wir nach einer Anhöhe den ersten Aussichtspunkt. Vor uns liegt der ca. 100m hohe, steil ins Meer abfallende "Waterstein". Dieser Ausblick...mucho Bonito..oder molto bella...übersetzt...einfach supertoll!
Die letzten Meter zum " Neist Point ", fahren wir trotz atemberaubender Ausblicke vollkonzentriert weiter.
Erstens...weil es wieder mal anfängt aus den Wolken abzustreuen...macht den Bröselasphalt in Verbindung mit den überall herumliegenden Kackfladen etwas glitschig, zweitens...weil hier manche ausländische " Blechdosenfahrer " ( autofahren macht dumm ) nicht über die schottische Einfühlsamkeit gegenüber uns Motorradfahrern verfügen und der Meinung sind, trotz schmälster Strässchen nicht an den Ausweichbuchten stoppen zu müssen. Und das kann dann bei Begegnungen dieser Art schnell haarig werden. Ich glaube, Ulrike kann das bestätigen.
Not - Ausweichmanöver mit dem Mopped hinab über die mit " Schafsbömmeln " übersääten sattgrünen Steilhänge...sogenanntes Hill-Down-Racing...führt dann unweigerlich zu stumpfen Aufprällen an den verstreut aufgestellten steinernen Hindernissen, beim vorbeischrappen an den Felsklumpen
im schlimmen Fall zu " Schürfing...tut ganz doll weh "...oder schlimmerem.......Also UFFPASSE!
am Neist Point..rechts der Waterstein und die Moonen Bay
Ein paar Minuten später stehen wir auf dem Parkplatz am Neist Point und geniessen die grandiose Szenerie vor uns.
2007 war ich mit Purzel hier. Da hatten wir strahlenden Sonnenschein und nach einer Stunde waren unsere Plattköpfe mit einem Sonnenbrand ausgestattet. Den Fussweg zum Lighthouse hinunter haben wir uns damals vor lauter Hitze verkniffen.
So wie es aussieht scheint auch dieses mal der Wettergott meine inständigen Gebete zu erhören und von Westen her lockert so langsam die Wolkendecke auf und die blauen Flecken werden immer größer.
Neist Point - Waterstein und die dazugehörige Steilküste - der weite Blick auf die Moonen Bay...das alles bei heiterem Wetter geniessen zu können ist schon alleine für sich die Reise nach Schottland wert.
Da es temperaturmässig dieses mal passt, wollen wir den Fussweg testen und machen uns auf den Weg. Es geht den steilen Abhang hinunter, an den Klippen entlang, wo in den steilen Felswändern die Seevögel zu tausenden nisten.
Ein nicht so steiler Aufstieg und die jetzt am fast wolkenlosem Himmel stehende Sonne bewirkt, dass es unter den Klamotten langsam aber sicher zu köcheln beginnt.
Um die Ecke herum haben wir dann das Lighthouse am Ende der Halbinsel vor Augen. Sind dann doch noch ein paar Meter...viele Meter! !...und wir müssen ja auch den ganzen Weg wieder zurück und das dann überwiegend bergauf. Das tut dann doch nicht not..! So lassen wir uns auf einem sanften Berghang nieder und führen uns die herrliche Szenerie von hier aus zu Gemüte.
Ulrike hat von Purzel im Vorfeld der Tour gesagt bekommen: hier musst Du halt ein kurzes ( ! ) Stück zu Fuss wandern ( Ekel kam auf ) und unten am Lighthouse kannst ( kannst bedeutet übersetzt..vielleicht - nicht sicher - no promise ) Du dann Wale und Delphine sehen. Da nichts zu sehen ist fängt Ulrike nach einiger Zeit zu nörgeln an(((((...JaaJaa , wo sind sie denn?...die versprochenen Wale und Delphine...ich habs gewusst...alles Lügengeschichten...ich seh keine...hier gibts keine....kommen die noch?...wann denn???............und so weiter.
Nachdem wir uns sattgesehen haben, keine Wale oder Delphine zu sehen sind, machen wir uns auf die Socken.
Zurück zum Parkplatz und die dunkle Vorahnung betreffend des Rückweges erfüllt sich.
Wat isse ne Dampfmaschin...?...schwitzende, keuchende Biker in Vollmontur und roten Köpfen am steilsten Weg der Welt mit zig-millionen von Treppenstufen......na na, da übertreibt doch jemand...fragt mal Ulrike - Hilde und Jürgen...!!!
Einzig unser " Wanderreh ", hier ist der Dirk gemeint, hat nichts mit blubberdem Blutdruck bis in die Ohren und pfeifenden Lungen zu tun. Aber er hat auch richtig Arbeit...Ulrike den Berg hochschieben. Sogar Hilde steht nach eigenen Angaben kurz vor der Ohnmacht.....Sauerstoffmangel macht sich breit...meine Beine brennen wie wild...O-Ton Hilde: mein Blut ist total übersäuert...!
Bei einer der vielen notwendigen kurzen Pausen...Hilde will gerade wieder sterben...sehen wir sich etwas auf dem Meer bewegen. Sind das vielleicht Delphine oder gar Wale? Maybe...oder doch Halos...Trugbilder...oder kommt das vom kollabierendem Blutdruck...den pochenden Schläfen...oder was...?
Ich setze letzte Kräfte frei und hechle ein paar Stufen zu Dirk hoch der den Fernstecher von Alfredo dabei hat. Übrigens ein richtig gutes Gerät. Mit Kompass und Weitenmessung.
Nach einem Blick durch die Optik...es istTatsache...eine ganze Herde von Delphinen. Bestimmt 20 von den Meeressäugern tümmeln sich spielend in Sichtweite herum....Also doch.!!! Da hat sich die körperliche Verausgabung doch noch gelohnt.
Bildergalerie
Neist Point – Waterstein – Moonen Bay
▼ ▼ ▼ ▼
in den Cuillin HillsMann, war das geil....!
Nun geht es auf der B884 zurück bis zur Einmündung der B863 südlich von Dunvegan. Einmal am Tag muss es ja passieren...auch wenn nur kurz aber heftig...viel Wasser kommt von oben..Grrrrrr.!
Wir folgen der Strasse, die durch die Bergwelt der Cuillin Hills.
Eine dramatischere und faszinierende Gegend ist selbst in Schottland nur schwer zu finden. With the Black Cuillin towering at its back and the sparkling waters of Loch Sligachan at its foot, the hotel has served mountaineers, walkers and lovers of the wild Highland scenery for nearly 180 years. Mit Blick auf den Black Cuillin, schäumendenden Wasserfällen und Bachläufen in der Nähe von Sligachan.
Much loved by subsequent generations of visitors and locals, Sligachan is still family owned and continues to provide the perfect blend of high standards and friendly informality. Unser nächster Stop wird also am Sligachan Hotel gemacht, viel geliebt von zig-Generationen von Besuchern und Einheimischen.
In contrast to the peaceful retreat of the hotel, Seumas Bar is the place to enjoy the famed “Crack” of the Highlands.Nebenan in " Seumas Bar " finden wir den geeigneten Ort. Auch gibt es hier eine der größten Whiskey Bars auf Skye With about 250 malt whiskies on display and a great selection of Real Ales (most of which are brewed on site at The Cuillin Brewery), the thirsty traveller is well catered for. Mit über 250 Malt Whiskies in den Regalen und einer großen Auswahl von Real Ales, von denen die meisten vor Ort in der Brauerei Cuillin gebraut werden.
Dort ist dann Kaffeepause angesagt und auch ein kleiner Snack, Apple Pie mit Vanillesoße, wird nicht verachtet.
Die Zeit, es ist schon spät am Nachmittag, drängt mal wieder zum Aufbruch. Bis zu unserem Tagesziel in Dornie sind es noch einige Meilen.
So fahren wir auf der A87 über Sconser - entlang am Loch Ainort - Loch Na Cairidh - Broadford bis nach Kyleakin am Loch Alsh.
Hier überqueren wir die Skye Bridge, die einzige Brückenverbindung zwischen der Isle of Skye und dem Festland.
Weiter über Balmacara führt uns die A87 bis nach Dornie wo wir heute im Dornie Hotel Station beziehen.
Nachdem wir unsere Zimmer bezogen und zu abend gegessen hatten war eine Besichtigung des Eilean Donan Castle angesagt, welches auch als Drehort für den Film " Highländer - es kann nur einen geben " ausgewählt wurde. Es steht malerisch, nur über eine kleine Brücke erreichbar, auf einer kleinen Insel im Loch Duich.
Danach gabs dann noch eins-zwei Guiness im Pub. Während ich mit Dirk im Gespräch bin kann Ulrike nur noch mit Gewalt die Äuglein aufhalten. Kurz danach sinkt sie langsam aber sicher an Dirks Schulter herunter, die Augendeckel klappen endgültig zu und sie beginnt schon mal mit BuuBuu machen. Bevor wir alle zusammenbrechen, der Tag war wunderschön aber auch ebenso anstrengend, begeben wir uns zur Augenpflege in die Betten
