Wie alles begann

Geschichte von Jürgen

MEIN erster Kontakt zu motorbetriebenen Zweirädern begann 1975 noch vor Beginn meiner Lehre als Kfz-Mechaniker. Damals wurde mir diese Zündapp in Aussicht gestellt aber nur unter der Promisse: Duuuuu kriegst weder Geld für das Mopped noch für den Führerschein. Wenn Duuuu so was haben willst dann kümmere dich selbst darum. Also, was tun. Hacken zusammen und irgendwie das Geld auftreiben da ich ja naturalmente Feuer und Flamme war. Hat dann ja auch geklappt und während meiner Lehre wurde dann dieses Teil ständig umgemodelt, das Wort "frisieren" möchte ich dabei nicht verwenden.

Zum Leidwesen meines damaligen Ausbilders und manch anderer war mein Mopped optisch und vor allem akustisch weithin im Umkreis bekannt.

Mit diesem Mopped machte in auch zum ersten mal die Erfahrung eines stumpfen Aufpralls den ein blinder Autofahrer verursachte. Das Mopped war Schrott und so konnte ich wieder zu Fuss gehen. Was'n Scheiss.

Nach Abschluss der Lehre hatte ich dann irgendwie gerade noch genug Geld für den Autoführerschein und einen alten VW-Käfer. Für mehr langte es damals nicht. Warum....?????

Im weiteren Verlauf kam die Einberufung und damit noch weniger Geld.

Dann 1982 heiratete ich mein "Hildchen" und 3 Jahre später kam dann meine Tochter Christiane zur Welt.

Zwischendurch kauften wir uns ein kleines Einfamilienhaus und aufgrund der folgenden raren finanziellen Möglichkeiten wurde die Sache mit dem Motorrad im Laufe der Zeit immer wieder verschoben bis man sich irgendwann selber sagen hörte: eigentlich brauche ich doch gar kein Motorrad. ICH glaubte sogar fest daran obwohl es einem jedes Jahr zum Anfang der Saison immer wieder und wieder jucktejucktejuckte..........und das von Jahr zu Jahr mit gesteigertem "Juckreiz".

Dann kam die Führerscheinerweiterung, sprich mit dem alten 3er Lappen durfte man 125er fahren. Also überlegt, dass es ja wohl zum arbeiten fahren und zurück langen sollte. Schnell zum Händler und eine 125er Daelim gekauft. Das ging gerade mal 2-3 Wochen gut und dann kam eines sonnigen Sonntags morgen der Entschluss mal auf einen Kaffee in den nahgelegenen Motorradtreff zu fahren.

Dieses war der grösste Fehler meines Lebens!!!!

Jedenfalls startete ich meine Höllenmaschine und los gings. Die ersten paar Kilometer war ich alleine auf der Gasse, genoss die Sonne und das langsame dahingleiten. Alles war gut.

Dann kam ich über die Anhöhe kurz vor dem Treff. Von weitem schon vernahm ich dumpfes Motorengedröhne und dann sah ich es. Der Parkplatz vor dem Treff war proppenvoll mit chromblitzenden Motorrädern, eines größer wie das andere,  die Tische randvoll mit den dazugehörigen Bikern besetzt.

Blitzartig ging es mir durch den Kopf:

Hier fährst Duuuuuuu nicht rein. Auf gaaaar keinen Fall.

Also Augen rechts und nix wie vorbei um der "Blamage" zu entgehen.

Die nächsten Kilometer ist mir dann ein Bike nach dem anderen um die Ohren gefahren und ich war mit 80 Sachen am rechten Fahrbahnrand dem Nervenzusammenbruch nahe. Sprich Schnauze voll.

Bin dann frustriert nach Hause gefahren und dabei gedacht das dies doch alles nicht wahr sein kann.

Daheim angekommen sah meine Frau das etwas nicht stimmte und nachdem ich mein Leid geklagt habe sind wir dann auf einen Frühlingsmarkt gefahren, wohl auch um mich etwas abzulenken.

Jedenfalls hatte da auch ein Motorradhändler geöffnet und wie in Trance sind wir ( ich ) da auch zusammen reingestolpert. Und was sahen da meine geschwollenen Äuglein? Eine 1100er Virago mit allem Schnickschnack dran.

Das war dann endgültig zuviel für diesen Tag.

Montags früh, sofort nach denm Stückfrüh mit kurzen, schnellen Schritten zum freundlichen Händler geeilt und das Teil gekauft.

Nun fehlte nur noch der Führerschein. Also ab zur Fahrschule und als dringlich angemeldet. Damaliger Kommentar meiner angetrauten: DUUU spinnst doch!!!

Resultat:

4 Wochen später hatte ich den Lappen und war von nun ab

glücklich!

 

Ich weiß nicht mehr genau wann aber auf einer unserer Familienfeiern bin ich dann nach langer Zeit wieder mal mit meinem Bruder zusammengestossen zu dem ich zu dieser Zeit kaum Kontakt hatte, wiel er ja laufend beruflich in der Welt unterwegs war.

Jedenfalls kam bei diesem Treffen heraus, dass sich unsere Geschichten betreffend Motorrad wie ein Ei dem anderen ähnelten.

Bis vor kurzer Zeit Tag machten wir dann als die "Purzelbiker" die Strassen zusammer unsicher und haben im Verlauf der Jahre einige "Highlights" zusammen erlebt.