Frankreich 2006 in Lapanouse de Severac

 

eine göttliche Woche bei Ute und Uli

 

 

24.08. - 31.08.

 

             Nachdem in den letzten Jahren eigentlich regelmässig die Dolomiten und Gardasee angefahren wurden und die Vorplanung anstand, wollten wir dann doch mal eine andere Region Europas beglücken. Aber welche?

 

Eines Tages sah ich mir dann zufälligerweise im TV eine Etappe der Tour de France an. Ich habe eigentlich mit Radl fahrn überhaupt nichts am Hut aber die bei dieser Etappe gezeigte Landschaft fesselte mich irgendwie an den Bildschirm. Die Etappe führte an diesem Tag durch das Tal des Tarn. Bei einigen Familienreisen in Richtung Spanien hatten wir schon dieses Gebiet durchfahren und Hilde und ich haben damals schon immer gesagt dass wir hier auch mal Urlaub machen wollten.

Also habe ich meinen Bruder über dieses mögliche Ziel angesprochen und der war damit einverstanden.

Jetzt fehlte nur noch die Unterkunft. Per Zufall bin ich dann im Internet auf das "Refuge pour Motard " von Ute und Uli gestossen.

Ist übrigens auch Partnerhaus vom "Tourenfahrer".

 

Die Pension liegt in Südfrankreich an den Ausläufern des Zentralmassives, wo sich tiefe, wilde Schluchten gebildet haben. Von hier ist in ca. 15min. die längste Schlucht Südfrankreichs, die "Georges du Tarn" zu erreichen. Die "Cevennen" liegen auch in unmittelbarer Nähe. In Richtung Mittelmeer fährt man ca 1 Stunde über die landschaftlich sehr schöne Autobahn. Hier ist ein Besuch des "Viadukt de Millau", der höchsten Autobahnbrücke der Welt geradezu Pflicht. 

 

 

 

Also war die Lage der Pension für unsere Zielvorstellung mehr als ideal. Nach Kontaktaufnahme wurde gebucht und im August gings dann los Richtung Frankreich.

 

Mittlerweile, bei längeren Anfahrten und vor allem wenn Hilde mit dabei ist, es sind halt von Aschaffenburg mal locker knapp1200 Km, fahren wir im bequemen Auto, die Moppeds auf dem Anhänger.

War auch im Sinne unserer Pension, denn so konnten wir auf Bitte von Ute noch ein paar Kästen deutsches Bier im Auto und auf dem Anhänger mitnehmen. Verdurstet wären wir bei der Fahrt also nicht. 

 

Die Anfahrt war dann problemlos und so kamen wir bei leicht tristem Wetter gegen Mittag in Lapanouse, einem kleinen verschlafenen Dörfchen an. Kein Mensch weit und breit zu sehen. Die Dorfkneipe und der Supermarkt verrammelt. Alles geschlossen. Wasn hier los?

 

Die Zufahrt zu der Pension lag recht verwinkelt innerhalb des verschachtelten Ortskerns direkt auf einem Kirchenvorplatz. Da ich zu allem Glück mit dem Gespann erstmal die falsche Gasse erwischt hatte war dann erstmal heftiges rangieren angesagt bis ich endlich richtig rum auf dem Vorplatz stand.

 

Ute...unsere Herbergsmutter
Ute...unsere Herbergsmutter

Während wir die Moppeds vom Anhänger runter schoben kam dann auch schon unsere Herbergsmutter Ute aus dem kleinen Häuschen heraus. Wie uns damals schien, etwas hippelig und so ein bisschen gestresst. 

 

Sie scheuchte uns gleich ein bisschen in der Gegend herum  - Hänger dahin - Auto an die Wand - Moppeds dahin - Schuhe aus - hier wird nicht geraucht..... Alfred meinte damals...die hat aber Haare auf den Zähnen. Wie'n Feldwebel.

 

Aufs salutieren haben wir grinsend verzichtet.

 

Da das kann ja heiter werden waren unsere Gedanken.  Sollte alles ganz anders werden.....! ! ! !

Wir haben also erstmal alles abgeladen. Sprich die Moppeds - Gepäck - uuuuund das versprochene Bier. Uli war sichtlich davon angetan.

Danach rein ins wirklich gemütlich eingerichtete Häuschen, Zimmer bezogen und dann bei einem Begrüßungsschluck der erste Schnack mit Ute - die dann zusehends auftaute und es zusehends lustig wurde. Soooo lieben wir das!!!

 

Es sollten im Laufe des Nachmittags auch noch zwei andere Pärchen mit dem Mopped ankommen. 

 

Da mittlerweile die Sonne schien haben wir uns dann auf den rückwärtigen, kleinen Balkon gesetzt und erstmal in aller Ruhe ein paar leckere Cappucinos getrunken und der Dinge geharrt die auf uns zukommen sollten.

 

Uli...später Gondoliere genannt
Uli...später Gondoliere genannt

 

So saßen wir dann zusammen auf dem Balkönchen und klönten, bis auf einmal Motorengeräusch zu hören war. Waren wohl die erwarteten Pensionsgäste. 

 

Alfred, der gerade draussen zu Gange war, kam herein und auf meine Frage welche Motorräder, kam die Antwort: BMW's, gleich zwei von der Sorte.

Sein Gesicht sprach Bände.

 

Zur Erklärung sei gesagt, Alfred und ich waren zu dieser Zeit auf BMW nicht sehr gut zu sprechen. Aus Gründen, die eigentlich nicht die Marke verursachten, sondern eher die Personen die BMW fuhren. Wir schwanten also aufgrund unserer Erfahrungen in diesem Moment nichts gutes.

 

Im Verlauf dieses Urlaubes hat sich das alles geändert. Aber davon später.

 

 

 

Ulrike...unser Puschelbär...nur was für Insider
Ulrike...unser Puschelbär...nur was für Insider

 

Jedenfalls kam Minuten später eine kleines, blondes Persönchen zu uns auf den Balkon.

 

Zitternd wie Espenlaub und mit tiefroten Bäckelchen im Gesicht. Wir hatten schon Angst dass SIE kurz vor dem Erfrierungstod stand.

 

Ich bins, die Ulrike, so stellte sie sich uns vor, setzte sich zu uns und als nächstes wollte sie mit Nachdruck ein Bier.

 

Das Bier kam, dann nocheins und nocheins.....und wir babbelten (sprachen) zusammen als wenn wir uns schon ewig kennen würden.

Dirk...der Angsttanker
Dirk...der Angsttanker

 

 

Ein paar Minuten später stiess dann Ulrikes Angetrauter zu uns. Der musste erst die Moppeds in der Garage parken.

 

Zwischen uns fünfen musste sowas ähnliches wie eine Seelenverwandschaft bestanden haben. In kürzester Zeit  waren wir in Benzingespräche vertieft.

 

So entstand hier auf La Placette eine herzliche Freundschaft, die bis heute andauert. 

 

Ich sage jedenfalls heute noch:   Das hat einfach gepasst mit uns.

Im Lauf des Nachmittags war dann doch schon reichlich Kaffee und Bier geflossen. Wir hatten einen Heidenspass zusammen.

Uns knurrte jetzt doch schon recht heftig der Magen. Wir warteten eigentlich nur noch auf die letzten zwei angekündigten Gäste.

 

Uli werkelte auch schon eine ganze Zeit in der Küche rum.

 

Ich bin mir heute noch sicher dass Uli mit einigem Misstrauen unseren Bierkonsum, vor allem des mitgebrachten deutschen Bieres, zur Kenntniss nahm. Das sollte ja für Ute und ihn sein um ab und zu mal auch gutes deutsche Bier zu trinken.

Hat nix genutzt, der erste Kasten Warsteiner war nach kurzer Zeit schon fast leer. Die Stimmung war halt auch genial.

 

PS: am nächsten Tag war das deutsche Bier versteckt..Grins...Uli hat wohl Panik. Wir, oder besser Alfred hat es aber doch gefunden.. was den Glauben von Uli doch tief erschüttert hat.

 

Uli und sein Aligot...mmmmhhh...gut
Uli und sein Aligot...mmmmhhh...gut

 Am späten Abend kamen dann doch noch die zwei letzten angekündigten Gäste, Andrea und Michael. Die hatten tagsüber die Strecke per kleinstmögliche Strässchen gewählt. Deswegen kamen sie erst so spät.

 

Also endlich Abendessen. Uli hatte uns schon den ganzen Nachmittag auf eine Spezialität dieser Region vorbereitet, nämlich "Aligot" einen Kartoffelbrei, der mit Knobi und Käse verrührt wird und beim herauslöffeln aus dem Topf meterlange Fäden zieht. Es hat einfach genial geschmeckt.

 

Alfred stieg nach dem Essen auf Rotwein um. Uli atmete sichtlich auf : Glück gehabt...Deutsches Bier gerettet. 

Aber dass Alfred den kleinen Kanister Rotwein so schnell zum austrockenen brachte, da verlor er dann wohl ganz den Glauben an die Menschheit.

Er sagte dann dass er morgen besser einen 5Ltr. Kanister besorgen wollte und ob das langen würde, worauf Alfred ganz trocken in die Runde sprach - Nöööööö...10Ltr. wären wohl besser. Schallendes Gelächter im Raum. Die heitere Runde ging schon am ersten Abend  bis in die Puppen.

Ich glaube, da wussten Ute und Uli noch nicht, dass SIE beide nach dieser Woche erheblichen Schlafmangel zu beklagen hätten. 

 

Frühs dann um 8°° kurzes "Glockengeläut und Hallowach" vorm Kirchturm gegenüber. Was, schon 8°° ?  So spät?

 

Nix wie in die Puschen und hinab in froher Erwartung des Frühstückes. Keiner da - alles ruhig?

 

Nur Alfred geisterte schon auf dem Vorplatz rum. Wie immer ist der schon um 6Uhr wach.

 

Nun denn, dann rauche ich halt noch eine. Kurze Zeit später knarrt im Anbau die Tür und zuerst Ute und etwas später kommt auch Uli heraus. Beide wirken etwas übernächtig und sehen irgendwie gerädert aus. Ulis schneeweisse Unterschenkel blitzen auf. Soooooo weisse Unterschenkel hat noch niemand auf der Welt gesehen.

Wir fragen ob er ein Abbonnement im Sonnenstudio Edelweiss hat.

Alfred und ich müssen uns das lachen verbeissen. Es gelingt uns nicht so richtig aber Uli nimmts gelassen. 

Jetzt kommt langsam leben in die Bude.

 

Es riecht schon nach Kaffee als auf einmal Ute mit dem Auto den Platz verlässt. Auf Nachfrage was denn los sei: Es gibt keine Brötchen mehr beim Bäcker. Der ist im Konkurs. Das Dorf ist also jetzt komplett tot. Es dauert eine ganze Weile bis Ute mit frischen Baquettes zurück ist. Aus dem Frühstück wird jetzt ein Spätstück. Aber ein absolut leckeres.

Bernhard...der Wetterfrosch
Bernhard...der Wetterfrosch

 

Draussen fängt es zu tröpfeln an. Egal. Wir lassen uns die schon wieder aufkommende Heiterkeit nicht vermiesen.

Wir sehen durchs Fenster einen Franzosen mit Schlapphut, der überall Blechtöpfe, Eimer usw...aufstellt. Seltsam?

 

Bernhard, so heißt der Franzose,

ist der Nachbar von Ute und Uli und der ansässige "Wetterfrosch", der hier für die Vorhersagen zuständig ist.

 

Als ich nach dem Frühstück nach draussen gehe um eine zu rauchen, stellt der Kollege immer noch Eimer auf. ( ?????)

Ich zeige auf den mit Wolken verhangenen Himmel worauf jener freundlich lachend Auskunft gibt:

in Lautsprache - Blö..Blö..und streckt den Finger nach oben.

Ich übersetze das als: es wird blau.. Wetter wird besser..Wolken reissen auf.. alles in Ordnung. Ist doch klar.

 

Nachfolgend noch unser akustischer Regenmelder

 

wir warten auf Sonne...
wir warten auf Sonne...

Soooooo, jetzt fahren wir Mopped, kommt ( endlich ) der Aufruf von unseren Herbergseltern.

 

Eigentlich ist es ja schon Nachmittag, da "BIG BEN" gerade das zwölf-Uhr-Geläute beendet hat.

So lange hat bei uns noch nie ein Frühstück gedauert und so spät am Tag sind wir auch noch nie zu einer Tour aufgebrochen.

Dieses Prozedere sollte sich die nächsten Tage wiederholen. Wir lachen da heute noch amüsiert drüber.

 

Jedenfalls stehen wir alle neune kurze Zeit später komplett aufgerödelt unter dem Seitenportal der Kirche, ei derweil es dicke Tropfen regnet.

 

Unser "Wetterfrosch" Bernhard rennt auf dem Vorplatz herum und  freut sich tierisch dass sich seine Eimer und Blechtöpfe zügig mit Regenwasser füllen.

 

Irgendwas stimmt anscheinend nicht mit meiner Übersetzung...von .... BLÖ...BLÖ...???

Meint der Bernhard mit Blö...Blö... vielleicht >>> Sacre Bleu <<< also, heilige Scheisse, was für'n  Mistwetter???

Muss da dringend nochmal nachfragen!

 

Hier nun ein paar Informationen über die gefahrenen Touren

 

 Ein großer Dank gebührt unseren beiden Tourguides Ute & Uli die uns aufgrund ihrer hervorragenden Ortskenntnisse an die wirklich schönsten Aussichtspunkte, Schluchten und vieler weiteren Sehenswürdigkeiten geführt haben, die wir ohne die beiden wohl nicht gefunden hätten.

 

Tour 1                     Rund um die Schluchten des Tarn

 

 

   

Nach dem Früh - ähem Spätstück - und nachdem es aufgehört hat STARK zu regnen, will heissen dass es immer noch tröpfelt, machen wir uns endlich auf den Weg. Uli führt uns abseits befahrener Hauptstrecken zum Aussichtspunkt "Point Sublime". Hier erwarten uns die ersten grandiosen Einblicke in tiefe eingeschnittene Täler der Tarnschlucht. Ausgewaschene Felsnadeln zeigen in den Himmel.

Einige tragen wegen ihrer Form Namen, wie zum Beispiel im Bild links" Frau mit Hut und Korb"

Uli zeigt uns im Hintergrund ein steiles, kleines schmales Streckchen. O-Ton Uli: dort fahren wir normalerweise weiter. Ich bemerke schon wieder dass Hilde unruhig das zucken anfängt. Uli beruhigt sie gleich wieder: normalerweise.....Aber mit euren schweren Tourern hat es leider keinen Sinn. Hilde atmet beruhigt auf.

Von hier aus geht der Weg hinab ins Tal und dann weiter nach La Malene.

 

 

 

 

Unterwegs machen wir an einem aufragenden Felssporn Pause.

 

Hilde, wieder mutig geworden, erklettert dieses "Matterhorn des Südens" ohne Seil und Haken und unter frenetischem Applaus der anwesenden.

 

 

 

Weiter gehts in das malerische Örtchen La Malene. Am gegenüberliegenden Berghang erspähen wir ein mit Serpentinen gespicktes Strässchen.       Fahr'n wir da rauf?             Uli: sicher dat.                    Geil!!

 

Das Strässchen hielt was es versprach. In kuzem Abstand folgten knackige Serpentinos und zwischendurch auch mal längere Geraden. Vor allem kein Verkehr. Es juckte die Gashand und ich lies die FJR bis zum erreichen des Aussichtspunkt so richtig fliegen.

 

Hilde war davon nicht so begeistert......Musst du so tun!? 

 

 

Causse de Mejean
Causse de Mejean

Vom Aussichtspunkt geht es dann noch ein kurzes Stück hoch auf die Hochebene von "Mejean".

 

Auf französisch werden diese Kalkhochflächen "Causses" genannt.

 

Hier beginnt eine andere Welt, die in ca. 800 - 1000 Meter über dem Meeresspiegel liegt, wie übrigens das komplette Zentralmassiv. 

 

Einsames, absolut karges Hochland, das nur für die äussert genügsamen Schafe und Ziegen ausreicht, von denen es hier allerdings mehr als Zweibeiner gibt.

 

Ungehindert kann hier des Bikers Blick über steinige, steppenartige Flächen bis an den Horizont schweifen.

 

Zur Erinnerung, wir haben August und trotzdem wirds hier schon wieder von oben nass und es kommt ein ungemütlich kalter Wind auf. Hilde würde sagen: es wird kühlster.

 

Uli teilt uns bei einer der schnellen "Pinkelpausen" mit, dass wir als nächstes Highlight zur "Georges de Jonte" - Schlucht der Geier - fahren.

Die Strässchen würden demnächst noch(!) enger werden. Vor allem sollen wir mit Speed und Bremse vorsichtig tun da der Strassenbelag mitunter unvermittelt in blanken Rollsplitt wechseln würde. Ein guter und rücksichtsvoller Tourguide eben.

 

Nur wer genau zuhört kommt ungeschoren davon.....!!!

 

Jedenfalls biegen wir irgendwo im Niemandsland ab und siehe da die Strasse wurde enger. Dann fings an unter den Reifen an zu knirschen und es prasselten die Splittkörnchen gegen die Verkleidung.

 

Das Splittbett wurde immer tiefer und meine FJR fing an zu zusehendst meine Lenkerbewegungen zu ignorieren und wollte nach rechts und links in den Graben. Bei der auf mich zukommenden Rechtskurve war dann endgültig Schluss mit lustig. Ich wollte ja nach rechts aber die FJR meuterte und das Vorderrad wollte geradeaus. Wie saacht man: der klügere gibt nach. Augen auf und nach einem Notausgang gesucht. Und so kam es, dass das Jürgen mit der bockenden FJR, das Hilde bockte hinten auf dem Sitz fast mehr wie die FJR, geradeaus in den Acker fuhr. Eine Furche in den Schmodder ziehend kam ich gerade noch vor einem (geschlossenem) Gatter zum stehen. Ich hörte schon die Holzlatten und anderes an meinem Helm bersten.

 

Nach einer solchen Aktion kann man sich der darauf folgenden Frozzelei der "Kollegen" sicher sein...- Hast du nicht gesehen dass wir nach rechts wollen...-...Hast du keinen Lenker...-...über uns kreisen ein paar Geier, die denken sicher da geht noch was mit euch zweien...

Ich knurrte nur...JAJA... was bekanntlich heisst...LMAA!!! Minuten später hatte ich schon wieder ein Grinsen im Gesicht.

 

Mopped aus dem Dreck gezogen und weiter gings zur Geierschlucht. Da Strässchen hinunter in die Schlucht ist traumhaft aber nass und immer noch heftig mit Splitt und Geröll übersäht. Allerdings war ich jetzt war ich hypersensibilisiert. Einmal am Tag ist genug. Ausserdem heisse nicht ich "Purzel". Der Name ist schon belegt.

 

Als wir wieder durch eine der Spitzkehren fahren sehen wir aus den Augenwinkel zwei der fliegenden Knochenjäger ( Geier ) im Anflug. Schnell anhalten und sich für den den Fototermin fertigmachen. Ute und Uli erzählen uns, dass hier in den letzten Jahren mehrere Geierpärchen ausgesetzt wurden und sich die Population zunehmend erholen würde. Währendessen fliegen die zwei Geier tatsächlich über uns hinweg und beziehen auf einer Felsnadel Posten. So was kriegt man auch nicht jeden Tag geboten. 

 

 

Nach dieser Live-Flugschau haben wir uns dann wieder Richtung "Nant" aufgemacht. Es ging auf dem kleinen, kurvigem Strässchen weiter die "Georges de Jonte" hinunter, die für die FJR nicht so ganz geeignet waren. Doch zuviel Gewicht sagten so langsam meine Oberarme. Bei dem nächsten Stopp zeigte uns dann unser Tourguide das noch bewohnte Gehöft ( Bild rechts ) unten im Tal und meinte dass der arme Kerl da unten wohl stundenlang zum Milch holen unterwegs ist, da kein fahrbarer Weg da wäre. Der muss da erst den steilen Berghang hochkraxeln und bis zum nächsten Dorf ist es auch noch ein Stück. Da trinke ich meinen Kaffee aber lieber schwarz!!!!!!

Wie auf einer Achterbahn geht es weiter in die Dourbie-Schlucht. Es ist einfach traumhaft. Abstrakte Felsformationen säumen die Strasse die sich an dem kleinen Flüsschen entlang windet. Wenn das Wetter wüsste dass wir späten August haben und sich daran halten würde könnte man hier auch mal die vielen kleinen ausgewaschenen Buchtelstellen ( Badestellen ) ausprobieren. WIR verkneifen uns das weil gerade mal wieder "Fröstelära" ansteht.

 

Alle paar Meter könnte man hier zum Fotos machen stehen bleiben.

 

Allein schon wegen der pittoresken Dörfchen die des öfteren teilweise direkt in die Felshänge oder auf den Spitzen der Klippen gebaut sind so wie in "Cantobre" durch das wir fahren.  

 

Hier fühlt man sich in längst vergangene Epochen zurück versetzt.

In "Nant", einem dieser malerischen Örtchen, ist  Nahrungsaufnahme angesagt.

Wir stoppen mitten im Ort an einem umgebauten alten Reitstall und nehmen stilvoll und den Arkaden den nächsten Kaffee. 

Mittlerweile macht mich der schwarze Saft schon ganz wuschig.

Wir sind gerade dabei, wenigstens ein belegtes Baquette reinzudrehen, als es am Himmel duster wird. Ein tiefschwarze Wolke mahnt zum Aufbruch.

Uli will mit uns ja auch noch zum Top-Act des heutigen Tages nämlich zu einem Viewpoint in der Nähe von Millau. Dort soll eindrucksvoll das "Viadukt von Millau", wohlgemerkt die mit 328m Höhe über Grund, höchste Autobahnbrücke der Welt zu sehen sein.

Da es anfängt zu tröpfeln geben wir den Moppeds die Sporen um aus dem Wirkungskreis der über uns schwebenden, übervoll mit Wasser gefüllten Wolke zu verschwinden.

Uli führt uns, wie mittlerweile gewohnt, über schmälste Strässchen nach Millau. Überraschend kommen wir da auch trocken an und geniessen von der Aussichtsplattform die Aussicht auf das Viadukt. Ich sage nur GENIAL...!!!!! Das muss man unbedingt gesehen haben. 

 

Wir haben zusammen eine ganze Weile auf der Plattform verbracht. Unsere Herbergseltern haben uns vorgeschwärmt wie geil hier erst der Blick bei schönem Wetter ist. Hoffentlich hats der Wettergott gehört denn wir sind ja nur eine Woche da.

WEHE wenn unser "WETTERFROSCH" Bernhard morgen früh BLÖ..BLÖ singt!!!

Da Ute und Uli  uns heute abend bekochen wollen und noch dafür einkaufen müssen beschliessen wir nach Millau in den Super Marche zu fahren.

Bis alles in trockenen (tröpfeltröpfel) Tüchern war und wir auf La Placette eingelaufen sind war es mittlerweile kurz nach 8:00 Uhr.

Uli zauberte uns ein absolutes leckerschmecker 3-Gängemenü rund ums Thema Fisch. Besser gehts wirklich nicht. Die Stimmung rund um den Tisch war nicht zu beschreiben und es wurde wieder spät oder früh bis wir uns in die Betten verkrümelt haben.

 

Sorry, darüber kann man erzählen, das verstehen aber nur "Insider".

Ich für meinen Teil habe sowas wirklich nur sehr selten bei unseren Touren erlebt.

Das wird jeder bestätigen können der dabei war.....!!!

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