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Es ist Sylvester 2003 und wir sind bei Ursula und Klaus, unseren Hausnachbarn, zum feiern eingeladen.

 

Da Klaus auch begeisterter Motorradfahrer ist und genauso wie wir die kommende Motorradsaison herbei sehnt, wird so nebenbei über die angesagte Männertour 2004 gesprochen.

 

Insgeheim hatte ich mich schon vorher über Korsika informiert und machte Klaus und Purzel den Vorschlag nach Korsika zu fahren. Mal was ganz anderes.... 

 

Also gut....ich weiss nicht obs am steigenden Alkoholpegel lag, jedenfalls hats nicht lange bis zur Entscheidung gebraucht.

 

Als Termin war der Mai 2004 vorgesehen. Die nächsten Tage wurde die Fähre und danach die Unterkunft auf Korsika gebucht. Ein Appartment in der Anlage "ANDERS LEBEN" ( dazu später mehr )  in dem an der Westküste gelegenem Küstenstädtchen Calvi. 

 

Am 13.05.2004 war es dann endlich soweit. 

  

Die Moppeds waren gepackt und so machten wir 3 uns Freitags um 15°°  Richtung Livorno auf den Weg.

Einfache Strecke 1100 Kilometres...!

 

Jetzt war erstmal Kilometerfressen auf der Autobahn angesagt da unsere Fähre in Livorno um 8°° frühs ablegen würde, ob wir da sind oder nicht.

Flüsterbremse ausbauen....
Flüsterbremse ausbauen....

 

Rückblickend war es ein absoluter Marathon auf dem Bock. Nur durch Tankstopps und Pinkelpausen unterbrochen.

 

Straight ahead auf der Autobahn Richtung Kufstein und über den Brenner nach Italia hinein.

 

Auf einer Tankstelle, irgendwo kurz vor Trento, haben wir dann erstmal unsere Sebring-Twisters entkernt. Will heissen wir haben die Dezibelbremsen entfernt.

Nach dem anlassen ist uns dann erstmal ein grinsen ins Gesicht gestiegen.....Von wegen...laut ist out. Das dumpfe Grollen aus den beiden Pötten passte jetzt endlich zum Motorrad.

 

Nach ein paar Kilometern überhole ich einen vor mir auf der Strada herumzockelnden Fiat. Zugegeben, etwas viel schneller als erlaubt. Als ich da so vorbei zog denke ich mir noch der hat aber ne blöde Lackierung als ich auch schon die Uniformen entdecke. Policia Stradale!!! So en Scheiss....Zu schnell und zu laut....Vielleicht ist der Urlaub jetzt schon rum????

 

Aber die beiden Herren im Streifenwagen waren wohl schon kurz vor Schichtende und machten glücklicherweise keinerlei Anstalten uns anzuhalten. Nix wie los...bevor die sich das noch anders überlegen.

 

Den Rest der Strecke gabs dann nichts mehr aufregendes und so sind wir früh um 6°° am Fährhafen in Livorno eingetrudelt.

 

 

Endlich aufs Schiff....
Endlich aufs Schiff....

Hundemüde und es wäre zumindestens ein Kaffee dringend notwendig gewesen.

 

Aber das komplette Fährterminal schlief noch....Alles tot in dem Ort. Aber unsere Tickets hatten wir ja schon und so konnten wir aufs anstehen am Ticketschalter verzichten und uns getrost etwas abseits auf ein paar Gartenbänke legen um etwas Augenpflege zu betreiben. War auch bitter nötig nach dem Schlauch von Anfahrt.

 

Kurz vor 8°° ist dann unser Dampfer eingelaufen. Auffahren, Moppeds verzurren und mit kurzen schnellen Schritten ein paar Sonnenliegen auf dem Promenadendeck sichern um wenigsten während der 4-stündigen Überfahrt nach Bastia etwas Schlaf nachzuholen.

 

Ich jedenfalls bin eingeschlafen und als ich wieder aufgewacht bin hatte ich mir einen gesattelten Sonnenbrand im Gesicht eingefangen. Bravo.....

 

Eine Seefahrt, die macht lustig. Vor allem bei strahlendem Sonnenschein und glatter See. Mittags sind wir dann in Bastia eingelaufen.

Nun haben wir es geschafft....

 

Wir sind eeeeendlich auf Korsika, aber immer noch 140 Kilometer bis Calvi. Das Popometer war da erstmal nicht so begeistert.

 

Aber alles jammern nutzt nichts...wir müssen los.

 

Die N193 führt uns aus Bastia heraus und da hier der Teufel los ist sehen wir zu dass wir Land gewinnen. Normalerweise soll doch gleich eine Abfahrt nach Calvi kommen...es kommt aber keine? Schon verfahren? In Ortale biegen wir sicherheitshalber rechts ab und folgen ab hier der D82. Kurz darauf ist von Müdigkeit nichts mehr zu spüren....denn ein wares Kurven -
Eldorado empfängt uns. Es geht durch schmale Schluchten und keinen Meter geradeaus. So geht es weiter bis wir kurz vor Saint Florent links auf die D81 abbiegen. Auf dem Strassenschild steht nun endlich auch Calvi. Da simmer doch richtig. Beim Blick auf die Karte sehen wir dass wir uns doch verfranzt hatten aber DIESE Strässchen waren es wert. 

Ostriconi
Ostriconi

 

Es geht steil den Berg hinauf . Die Strasse windet sich in unzähligen Kürvchen durch eine wilde, karge Hochfläche. Die Desert de Agriates. Man könnte auch sagen durch eine Fels und Steinwüste. Bizarre Felsformationen säumen die Strasse. Einfach genial.

 

Ab Monetta führt dann eine Panoramastrasse bis nach Ostriconi hinunter die den Namen wahrlich verdient. Ausblicke vom feinsten.

 

Hier biegen wir dann nach links auf die N197 ab. Von hier sind es jetzt nur noch ca. 20Km auf der gut ausgebauten Küstenstrasse bis Calvi.

jetzt simmer da
jetzt simmer da

Als wir in Calvi ankommen ist es mittlerweile später Nachmittag. Bis wir unsere Unterkunft finden dauert es auch noch ein bisschen. Der Appartmentschlüssel ist in einem Briefkasten deponiert und den muss ich auch erstmal finden.

 

Wir haben Brand ohne Ende und verlangen in dem zu der Anlage gehörenden Restaurant nach einem Bier. Erstmal werden wir misstrauisch beäugt. Auskunft der Thekenfee...Wenn wir wollen können wir Wasser oder Tee bekommen....? Allohol schenken wir hier nicht aus....? Essen gibt auch keines mehr...eventuell ein Schinken oder Käsebrot...? Nun werden wir aber misstrauisch. Wie heisst der Komplex?  "ANDERS LEBEN"...? Was geht hier ab...? Warum haben die alle gelbe Armbändchen an...?

 

Na ja, wir ziehen ziemlich beleidigt von dannen und beziehen unser Heim. Das passt wenigstens und liegt gerademal 50 Meter vom super Sandstrand entfernt.

 

Abends gehen wir dann noch schnell eine Pizza essen und dann ist wirklich Schluss für heute. Die Äuglein fallen fast von alleine zu.

 

 

 

 

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