Wir schreiben Ende Mai und es ist Urlaubszeit.

     Der VW-Bus ist gepackt und so brechen wir bei Frühtau die Anreise nach Etretat in der Normandie auf.

Dieses mal wollen wir über Belgien fahren. Kurz nach Köln fängt es an aus Kübeln zu schütten. Nun denn, wir nehmen es gelassen da uns der Wetterbericht Besserung gelobt hat.

Wir hatten ja darauf spekuliert uns die Mautgebühren in Frankreich zu sparen. Deswegen über Belgien.....

In Belgien, auf der A15, kommt es dann ganz dicke. Na ja, die Maut haben wir vermieden aber der Strassenbelag spottet jeder Beschreibung. Tiefe Löcher...eigentlich sind das schon mehr Fallgruben und Straßenabsenkungen in der Fahrbahn und das über zig Kilometer. Es poltert und knallt heftig im VW. Kurze Zeit später taucht dann in der Dunkelheit ein Monsterloch im Scheinwerferlicht auf. Keine Chance mehr zum ausweichen. Frontal gehts auf die Sprungschanze und wir heben von den Fahrersitzen ab. Puuuh...nochmal Glück gehabt....so unser Statement nachdem sich das Fahrgestell wieder auf normalen Geradeauslauf eingepegelt hat. Zu früh gefreut! Kurze Zeit später fängt der VW an zu röhren wie ein Hirsch in der Brunft. Die Motorleistung nimmt merklich ab. Ab da nur noch einigermassene Geschwindigkeit bei durchgedrücktem Gaspedal aber dafür mit 20ltr. auf 100Km....MERDE...!!!
Auf einem Parkplatz schaue ich nach....finde aber auf die schnelle keinen offensichtlichen Fehler und so sehen wir zu dass wir mit Notlauf den Campingplatz "LE RIVAGE" in Etretat erreichen. Für eine in die verschlungene Tiefe der VW-Elektronik reichende Diagnostik hats dann morgen auch noch Zeit. 

am nächsten Morgen:  meine angetraute brabelt etwas missmutig in den nicht vorhandenen Damenbart....war das kalt heute Nacht...saukalt...im Bus Kondenswasser in strömen und alles klamm.

Kurz nach dem Frühstück kommt dann doch die Sonne. Wir haben den ganzen Tag 4 Jahreszeiten...mal regnets kurz....mal bewölkt...mal Sonne. 

Wir machen uns auf den Weg zu dem "meistfotografierten Felsenelefanten der Welt", direkt an den imposanten Steilklippen von Etretat gelegen. Danach gehts an den Strand und ein Rundgang im malerischen Etretat beschließt den Tag. 

 

 

Frühs wache ich auf und habe leicht "Rücken"

Nichts besonderes aber dazu später mehr.

Übrigens...die Nacht über war es wieder saukalt....

Stromanschluss hätten wir ja am Platz gehabt aber den Heizlüfter hatte ich wohl zuhause vergessen. Von "Fröstel" bekam ich dafür 10 Kaba-Minuspunkte....

Blöd war halt nur, dass ich ein paar Tage später das Teil im Gasschrank gefunden habe....das gab dann noch mehr "mecker".

Betreffend Fehlersuche VW-Bus>>>>der Motor läuft nur noch auf 2-3 Töpfen...röhrt nach wie vor...wahrscheinlich Zündkerzenkabel defekt aber kein Ersatz dabei und hier findest duuuuu weit und breit keine Werkstatt die den Namen verdient.

Abfahrt ins Finistere. Bis dahin sind es noch knapp 400 Km und die Strecke muß diesbezüglich besonders auf Tankstellenstopps optimiert werden, ei derweil der Bus säuft Sprit ohne Ende....Da kriegen wir noch Spass((((----

 

Meine Freundin, die kleine "Hexe erfreut" mich nach dem aufstehen mit mittlerweile heftigeren Stichen. Ischiasnerv geklemmt, so denke ich. Aber....alles wird guuut, so meine Devise...erst mal frühstücken und den herrlichen Blick auf die Steilklippen geniessen.

Es schiesst mir ständig in die Arschbacken, die Bordapotheke wird ausgepackt und Sportsalbe großflächig auf dem Rücken verteilt.

Zusätzlich ein ABC-Pflaster. Eine Zeitlang tut sich gar nie nichts...Salbe und ABC-Plaster schon zu alt.??

Wir fahren los und nach 30 Minuten auf dem Fahrersitz entbrennt ein Höllenfeuer das zumindestens die Rückenschmerzen vergessen lässt....vorerst..!!!

Der Motor stottert und zieht den VW Bus langsam aber massiv brüllend von dannen.

 

Die Nadel der Tankuhr fängt schon nach ein paar Kilometern an rapide zu fallen....und so quälen wir uns Kilometer für Kilometer, auf jedes noch so kleine Motorengeräusch achtend, Richtung Bretagne.

 

Gegen frühen Nachmittah kommen wir dann in Kelouan an. Unsere freundlichen Vermieter warten schon am Haus auf uns und nach "mehrsprachig" geführter Begrüßung wird schnellstmöglich das Auto entladen. Suma ist auch schon sehr aufgeregt, da sie das nahe Meer riecht und so stürmen wir bei strahlendem Sonnenschein Richtung Strand und unserer Sitzbank auf den Dünen.

 

Aller Stress auf der Herfahrt fällt in einem Schlag von uns ab. Jetzt wird in vollen Zügen genossen was sich unseren Äuglein bietet....Sonne - blauer Himmel - in allen Farben leuchtendes Meer - schneeweißer Strand - Herr, was willst Du mehr?

2 Wochen Urlaub im Finistere liegen vor uns...Kilometerlange Wanderungen an traumhaften Küstenabschnitten, relaxen an genialen Stränden, lecker Essen usw.....einfach die Ruhe geniessen und allen Ballast über Bord werfen.


Zu großen Teilen hat das auch geklappt. Wir hatten die 2 Wochen traumhaftes Wetter mit etwas ungewöhnlich kühlem Nordwind.

 

Nur mein Rücken hat einfach nicht mitgespielt. Einen Tag nach Ankunft hat mich die "Dackellähmung" befallen, will heißen stark eingeschränkte Bewegungsfreiheit, heftig ausstrahlende, stechende Schmerzen im Oberschenkel und der Leistengegend. Mal stundenweise wieder etwas besser aber für die Dauer des Urlaubes blieb mir dieser Scheiß erhalten.

Wieder zuhause kam dann die endgültige Diagnose...3-facher Bandscheibenvorfall

 

Dann war da ja noch das Malheur mit unserem fahrbaren Untersatz. Nach diversen Checks haben wir dann die Ursachen gefunden: mehrere Kabeldefekte plus Zündkerzen und 3 Zündkerzenkabel kaputt. Tagelanges hin-u.her gegurke nach Brest, wor wir dann nach langem Hin-u.Her einen Händler gefunden haben der die benötigten Ersatzteile besorgen konnte.

Der Motor lief dann wieder aber das Dröhnen und das gepoltere waren immer noch nicht weg. Spritverbrauch wieder i.O.

Daheim sind wir dann tiefer in die Materie gegangen und haben die Ursache gefunden. Ein Motorlager / Gummiblock war komplett abgerissen, wahrscheinlich hat dieses Dilemma schon auf der sogenannten belgischen Buckelpiste seinen Anfang genommen.

 

Also, auch dieser Urlaub hatte mit einigen "Highlight's" für keine aufkommende Langeweile gesorgt.

 

Aber wir haben trotz aller Problemchen unseren Urlaub in vollen Zügen genossen...ich mit dem Leitspruch " was nicht sofort tötet, macht nur noch härter" ((((((- und heftigen Dosen Schmerzmitteln...alles was die französischen Apotheken so auf Lager hatten.!!!!

 

Da ich kein großer Freund von langatmigen Tourbeschreibungen bin...führt euch einfach die nachfolgende Bildergalerie zu Gemüte und macht es genau wie wir......geniesst einfach.!!

 

Viel Spass