Frankreich 2015 - Urlaub in der Provence

 

               

          . . . Beaume les Messieurs - Gorges du Fier

 

                         -  Demoiselles Coiffees  -  Lac Laffrey

 

                                    -  Gorge Meuoge - Monieux -

                                             

                                            - Gorge Nesque . . .


 

 

Vorwort:

 

Das wird nach 11 tollen Jahren leider unser erster

 

Urlaub ohne unsere Suma sein und sie wird uns

 

beiden fehlen...

Tag 1 - 16.09.2015



Es regnet. Gestern haben wir noch bei schönstem Wetter das Auto gepackt. Es sifft bis kurz vor Mühlhausen bis sich die Wetterlagen beruhigt.In Beaume-les Messieurs, unserem ersten Etappenziel für heute, bricht die Sonne durch und so können wir trockenen Fusses die geplante Wanderung und Besichtigung der schönen Tropfsteinhöhledurchführen. 


Weiterfahrt zur Gorges du Fier. Übernachtung mit dem VW-Bus ist eigentlich direkt am Parkplatz am Eingang zur Schlucht möglich. Wir haben uns für eine freie Wiese (Einfährt über kleinen Waldweg auf rechter Straßenseite) in ca 500m Entfernung entschieden. Wildcampen ist doch schöner. Wir spazieren noch kurz bis zum Eingang der Schlucht. Abendessen dann bei schönstem Wetter auf freiem Feld. Gut's Nächtle.....

Tag 2 - 17.09.2015

Von wegen Abendrot bringt trocken Brot......

 

die ganze Nacht regnet es aus Eimern. Der morgendliche Toilettengang im Wäldchen wird gleichzeitig zur Morgendusche und ausserdem ein akrobatische Einlage....unterm Eichenbäumchen häufeln - Kniehocke....in einer Hand die Klopapierrolle, die es vor dem durchweichen zu schützen gilt - vergeblich - alles in allem gibt das in der B-Note eine glatte 9..

Wir sagen dazu.......merde!

Das Frühstück bessert die Laune erheblich auf.

Regenjacken angezogen und auf geht's zur Gorges du Fier. Regen hin oder her... die Schlucht ist einfach genial. Auf Steigen, die in die steilen Felswände montiert sind und Hilde zuerst etwas skeptisch drein blicken lassen ( da sind Spalten zwischen den Bohlen und da kann man gaaaaanz tief nach unten schauen) , geht es durch die Klamm. Über Nacht ist auch der Wasserspiegel merklich gestiegen und so rauscht das Wasser durch die schmalen Felsdurchbrüche

Es geht weiter. Wir müssen noch unseren nächste Übernachtungsmöglichkeit klar machen, die am Lac Mort geplant ist. Angekommen stellen wir fest, daß der Platz zwar idyllisch direkt am Bergsee gelegen ist aber für unseren Geschmack doch von zu vielen Tagestouristen frequentiert wird. Da noch genug Zeit ist suchen wir weiter. Fündig werden wir am Lac Laffrey. Der Campingplatz Au Pre du Lac ist ein Volltreffer. Die Betreiber sind sehr freudlich und wir haben die Möglichkeit in der ersten Reihe am Ufer des See einen Stellplatz zu bekommen. Es wird kurz beraten und dann wandern wir am See entlang. Der Blick auf die umgebende Berglandschaft ist einfach genial. Da unsere Strecke bisher entlang der Route Napoleon verlief verwundert es eigentlich auch nicht, dass wir hier auf ein Reiterdenkmal stoßen, dass dem großen Helden der Grande Nation gewidmet ist. Napoleon soll hier auf seinem Marsch aus der Verbannung von Elba nach Paris auf Truppen Königs Ludwigs gestoßen sein. Die sich anschließende Schlacht gewann Napoleon nach nur einem abgegebenen Kanonenschuss und die Bevölkerung wurde von drohender Zerstörung ihrer Dörfer und weiterem Ungemach verschont. Als wir dann wieder am VWle sind wird noch lecker zu Abend gegessen. Müde sind wir und machen dann auch schnell die Äuglein zu.......

Tag 3 - 18.09.2015


Als nächstes Etappenziel wollen wir nach Theus und zu den Demoiselles Coiffées, eigenartigen meterhohen Steinsäulen, die im Laufe der Zeit von der Erosion aus dem weicheren Umgebungsgestein heraus gewaschen wurden. Nach dem wir am Aussichtspunkt oberhalb von Theus, einem malerisch in den Berg gebauten Felsennest, angekommen sind betrachten wir ausgiebig die vor uns stehenden Felssäulen.

Bevor wir unser Nachtlager aufschlagen fahren wir dann aber doch noch unzählige Kurven und Kehren auf dem steilen und immer schmäler werdenden Bergsträsschen hoch. Mal sehen, was da noch kommt. Unser VW schnaubt wie kurz vor dem Kollaps aber er hält durch und zwar bis zum Aussichtspunkt am Mont Colombis.


Mensch...was gibt es doch für geile Plätzchen auf dieser Welt 



Wir sind jetzt auf 1750m und vor uns bietet sich ein atemberaubender Rundblick auf die umliegenden Bergketten und die vor uns liegende Serre Poncon mit dem türkisfarben schillernden See.


HIER BLEIBEN WIR ÜBER NACHT STEHEN.

Wir laufen noch ein bisschen über das Plateau und genießen einfach. Am späten Nachmittag kommen dann noch ein paar Franzosen aber kurz darauf sind wir ganz allein. Der Sonnenuntergang ist gigantisch und färbt die felsigen Berghänge tiefrot ein. Kurz darauf wird es schlagartig dunkel. In der sternenklaren Nacht wird dann doch empfindlich kalt...Bettzeit - tief in die Laken einmummeln und Augen zu.

Tag 4 - 19.09.2015


Aufwachen....

          

            ....Es fröstelt etwas

                                          

                                              ... Im Tal wabern schneeweiße Nebelwolken über den See. Macht uns ganz und gar nichts. Wir sind weit über den Wolken und sehen die Sonne langsam über den Berggipfeln aufgehen. Frühstück in einer solchen Kulisse...einfach traumhaft. 

Weiterfahrt über die A51 bis zur Gorges de la Meouge. - P1 mit tollen Badegumpen - Sederon - Col de Macuegne - Col de L'homme Mort - Montbrun les Bains - Sault - Ankunft FH-Monieux.

Tag 5 - 20.09.2015

 

Nach den eindrucksvollen letzten Tagen wollten wir es heute bei strahlendem Sonnenschein etwas ruhiger angehen lassen. Äh bisserl relaxen, eventuell ein kleines Spaziergängelchen...gelle. So ne Rundwanderung, knapp 9km lang, in die direkt am Haus liegende Nesqueschlucht wäre da doch gerade richtig. Also Wanderschuhe an und auf die Piste. Der GR9 führte uns erst mal den Berg hinauf, schöne Ausblicke ins Tal bieten. Oben angekommen, der erste Blick auf den in der Ferne aufragenden Mont Ventoux, der heilige Berg der Provenzalen mit seiner unvergleichlichen Silhouette. Auch sehen wir die ersten Bories, aus aufgeschichteten Felsplatten errichtete Steinhäuser. Der Weg führt nun wieder bergab und quert nach einiger Zeit die durch die Schlucht führende Panoramstraße. Jetzt beginnt der Abstieg über ein felsigen Ziegenpfädchen, an Steilhängen entlang führend, bis auf den Grund der Schlucht. Tolle Ausblicke in die Schlucht garantiert. Aber für meine ledierten Flachlandtiroler Kniegelenke gehtechnisch nicht so geeignet, vor allem nicht am ersten Tag. Da habe ich dann doch etwas Probleme mit den unteren Fortbewegungsteilen. Unten kommen wir am Highlight dieser Tour an, der in die Felswand hinein gebaute Chapelle St.Michael. Die Nesque ist ziemlich trocken, deswegen können wir auch Seitenarme des Flussbettes erkunden. Aber wo man lang und steil und tief hinunter geht muss man auf der anderen Seite der Schlucht wieder lang und steil und hoch hinauf um zurück an unser Ferienhaus zu kommen . Da nutzt alles mullen und knullen nix, sagen die Chinesen. Trotzdem ein sehr schöner Tag und relaxt haben wir dann auch noch...ich zumindestens im Fröstelpool...das Wasser hatte geschätzt max 14°C, gefühlte Temperatur weit geringer.....brrrrhhhhhhh....das haut dir die Falten aus dem Gesicht.

 

Tag 6 - 21.09.2015


Ausflug bei strahlendem Sonnenschein zum Mont Ventoux. Immer ein absolutes Highlight und atemberaubende Ausblicke im Liegestuhl genießen.......hier keine weiteren Kommentare...Bilder anschauen...mehr brauchts nicht


Tag 7 - 22.09.2015


Heute ist es soweit. Für was haben wir sonst unsere 20 Jahre alten aus der High Tech Manufaktur Massa -Baumarkt stammenden Mountainbikes entstaubt - aufpoliert - plus Fahrradträger am VW anmontiert, häh? Zum eingewöhnen ne kleine Radrundfahrt von Monieux - Sault - St.Jean de Sault - Monieux. Ca knapp18 km und für uns ungeübte sollte das ja gerade ausreichend sein. Nun denn... Der größte Teil war stetig bergauf und wurde von Hilde mit wachsender Begeisterung in Angriff genommen. Mit der kleinstmöglichen Übersetzung, sprich 25 Umdrehungen pro gefahrenen Meter hat sich buchstäblich bis zum "Col - Kann Nicht Mehr" hochgekurbelt. Die anschließende Abfahrt hat die nicht mehr dem Stand der Technik entsprechenden Gummibacken - Felgenbremsen an den Rand des technischen Kollaps gebracht. Resümee: Radfahren kann Laune machen.......das lassen wir mal so stehen.... War trotzdem ein toller Tag.

Tag 8 - 23.09.2015

Schöner Provenzlischer Markt in Sault - anschließend Besichtigung der Altstadt von Montbrun les Bains - Gorge Toulourenc mit Badegumpen - Spaziergang Chateau Aulan - Vesper in der Gorges - weiter zum Col de Aires + Col de Fontaube mit tollem Ausblick auf den Mont Ventoux und zurück zum FH.

Tag 9 - 24.09.2015


für heute ist ein Ausflug zu den Ockerbrüchen von Rustrel auch "Le Colorado de Provencal" genannt, inclusive Wanderung geolant.

Die Ockerfelsen liegen weiträumig verteilt, die prächtigsten lassen sich aber auf einem kurzen Rundweg, für Bustouristen und Senioren, zu Fuß erwandern. Wir entscheiden uns für die große Rundtour.

Am schönsten sind die Skulpturen am Chemin des fées, die wie Nadeln in den Himmel ragen. Die vielfältigen Farbtöne der Ockerformationen, von fast weiß über hellgelb bis dunkelrot bieten eine wahrhafte Augenweide.


Das war ein absolutes Highlight und ist an einem so herrlichen Tag wohl kaum zu überbieten. Auf der anschließenden Heimfahrt nach Monieux stoppen wir dann doch noch an der Gorges Oppedette. Die angefangene Wanderung an der rechten Schluchtseite entpuppt sich als halsbrecherischer Stolperpfad. Am Parkplatz Belverdere sehen wir dann, dass ein wesentlich besserer Weg auf der anderen Schluchtseite entlang führt. Aber heute nehmen wir den nicht mehr unter die Füße.

 

Tag 10 - 25.09.2015


Ausflug nach Gordes - Besichtigung der Bories (Steindorf)

 

anschließend sind wir dann nach Fontaine Vaucluse weitergefahren. Wunderschönes provenzalisches Städtchen an der Sourge und eingebettet inmitten toller Umgebung.

Die Hauptsehenswürdigkeit des Ortes ist die Quelle der Sorgue am Fuße einer 230 Meter hohen Felswand, die den Fluss zur Zeit der Schneeschmelze mit bis zu 22 m³ pro Sekunde speist. Je nach Jahreszeit und Regenmenge variiert der Wasserstand sehr stark. In Trockenperioden liegt ein großer Teil des oberirdischen Beckens trocken, der Fluss tritt dann erst einige hundert Meter tiefer an die Oberfläche. Der französische Taucher und Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau erforschte mit seinem Team in diversen Tauchgängen als erster systematisch das unterirdische Höhlen- und Quellsystem.

Der Ursprung der Quelle wurde allerdings erst 1985 endgültig geklärt: der tiefste Punkt des Siphons liegt in 308 Meter Tiefe; die Quelle ist der einzige Ausfluss eines unterirdischen Beckens von 1.100 km² Fläche, das die Wasser des Mont Ventoux, der Monts de Vaucluse und der Montagne de Lure aufnimmt.

Tag 11 - 26.09.2015

Es war ein Ruhetag geplant. Wenn möglich auf der Liege und am Wasser. Fahrt nach Villes-sur-Auzon und zum Lac des Selettes in Momorion ( kleiner Badestrand mit Sandstrand aber am Wochenende zu viel Betrieb) - danach vergeblich Vesperplatz an der Sourge gesucht - Col de Murs ( Kurven ohne Ende) - FH-Monieux

Tag 12 - 27.09.2015


Heute ist Hilde-Tag. Es geht nach L'Isle s-la -Sourge, dem Venedig der Provence. Hier findet Sonntags ein wunderschöner Marche Provenca statt. Der farbenfrohe Markt ist über die ganze Stadt an unzähligen malerischen Gässchen verteilt. Hier gibt es alles was man sich von der Provence erwartet. Ausserdem gibt es auch noch einen Antiquitätenmarkt. Am späten Nachmittag gibts dann Vesper mit  lecker Trüffelworscht und Fromage de Montagne am Ferienhaus.

Tag 13 - 28.09.2015

Rundfahrt Gorges de la Nesque. Die ersten Kilometer bis zum Belverdere Roch du Cire sind schon spektakulär, die restliche Strecke ist dann aber was für Senioren mit Kurvenallergie, also harmlos. Weiterfahrt nach Malaucene zur Poterie mit Einkauf. Zurück über den Col Fontaube mit Stop.Kurze Wanderung auf den Gipfel und danach betreutes Sonnenbaden mit Blick auf den Mont Ventoux. Zurück über Sault nach Monieux.

Tag 14 - 29.09.2015


Heute ist es den ersten Tag bewölkt, aber da wir unsere geplanten Tagesziele komplett abgearbeitet haben, wollen wir nur eine kleine Radrundfahrt im wunderschönen Tal von Monieux machen. Gesagt....Getan...und es soll losgehen. Aber wieder schlägt "Velozitus" der Pannenteufel zu.


Nur der blöde Luftbehälter denkt sich anscheinend:


Never trust Prophete ...


Hinterer Reifen platt. NUR flicken wäre ja zu einfach.....neeeeneeee.....Der nagelneu in Germany

eingebaute Schlauch, wohlgemerkt mit Pannenstop ist so was von hinüber.....


lt.BAYWA-Beschreibung ist das fast...siehe Bild links....da stehts.....unmööööglich


KEEP MOVING steht auf der Packung.....ich will..töten-töten-töten..........


In dem Schlauch schwimmt ein halber Liter grünfarbenes Pannenliquid und es ist auch nur ein wiiiiiiinziges Löchlein vorhanden, aber nix dichtet. Auch die Formgebung des Schlauches ist gelinde gesagt jenseits von gut und böse....Das Dingens sieht aus wie eine Anaconda die gerade ein Kaninchen hinab geschluckt hat. Entweder war das die formgebende Handarbeit eines volltrunkenen Vulkaniseurs oder die erste Testversion aus einem nordkoreanischen Reifenschlauch- Kopiercenter .

Nach der Reparatur und endlich erfolgtem Start der Radtour erfolgt schon gleich wieder der erste Halt an einer Schafweide wo mehrere, ein paar Tage alte Milchlämmchen herumlaufen. Hilde will ( muss) kribbeln gehen. Nach dem Kribbelstop nehmen wir dann den Col ICH PACKE DICH in Angriff. Aber auf halber Höhe geht uns beiden die Puste aus und wir beschließen lieber, in der Talebene unser Testvorhaben - wir wollen ja Radprofis werden - fortzusetzen. HEUTE will uns das nicht gelingen.

Mittlerweile dringen auch schon wieder seltsame Knackgeräusche, von meinem MTB kommend, an mein Ohr. MEIN Tretlager löst sich auf.....Hilfeeeeeee......letzter Stop dann am Plan de Eau, ein kleinem See in direkter Nähe unseres Ferienhauses. Da das mit Radfahren endgültig ein Ende hat folgt Plan B...Enten mit Müsliriegeln füttern und ab nach Hause.

Tag 15 - 30.09.2015

Provenzlischer Markt in Sault....Der Letzte. Zumindestens bis zum nächsten Urlaub. Den Rest des Tages auf der Sonnenliege verbracht. Kurzer Abendspaziergang zu den Milchlämmchen und anschließend noch Chantal, die schreiende Entenchefin, gefüttert. Zum Abendessen gibt's Göger aus der Rotisserie....mhhhh.

Tag 16 - 31.09.2015


Mal sehen.....Erst Frühstück bei strahlendem Sonnenschein. Was mache mer nuuu ...? Frage an Hilde: ne Runde Radl fahren und prompt kommt...Nööö..,das tut nicht Not. Also doch nochmal die Wanderschuhe an und den Felsensporn direkt an unserem Ferienhaus in Angriff nehmen. Will heißen 14% Steigung und das auf knapp 2 Km bis wir den Berg oben sind und die Felsenkapelle St.Roch , besser gesagt die Überreste in Augenschein nehmen. Danach laufen wir noch bis zum Croix de la Fer. Zwischendurch betätigen wir uns als Metall Entsorgungskommando, genannt Schildahilde und moi,genannt Schrottl .

Danach wieder zurück. Naturalmente das ganze jetzt aber mit 14% Gefälle. Meine Kniescheiben bedanken sich. Am Haus wird dann noch lecker Brioche mit Cafe au lait verdrückt und die letzten Sonnenstrahlen des Tages genossen. Und abends anfangen mit packen.

Tag 17 - 01.10.2015

Letzter Tag...... Abreise nach Aschaffenburg......


Schorsch Tropf und Monsieur Niesel, beides Kollegen des europäischen Wetterdienstes, haben sich dazu entschlossen, das Ende unseres Urlaubes genau so zu beenden wie SIE auch den Anfang gestaltet haben, nääämlich mit reichlich H2O in Tropfenform.


 

        . . . es war ein sehr schöner Urlaub und wir sind uns einig, daß es nicht der letzte hier in Monieux - an der Gorge de la Nesque und rund um den Mont Ventoux gewesen sein wird.